Sturmschäden Havariertes Schiff verliert Gift-Container

Der während des Orkans "Kyrill" leck geschlagene Frachter "MSC Napoli" hat bisher mehr als 150 Container verloren. Zwei davon sollen gefährliches Material enthalten. Einige der über Bord gegangenen Container sind bereits an die britische Küste getrieben.


London - 2394 Container mit 41.000 Tonnen Fracht hatte das Schiff "MSC Napoli" nach französischen Angaben geladen. 158 der Container sollen Giftstolle enthalten, insgesamt 1700 Tonnen Parfüm und gefährliche Chemikalien für Industrie und Landwirtschaft. Mittlerweile sind mehr als 150 Container über Bord gegangen; manche wurden an den Strand gespült, andere treiben weiter im Ärmelkanal.

Zwei der von Bord gespülten Behälter sollen laut BBC Batteriesäure und Parfüm enthalten. Das Risiko für die Umwelt ist nach Angaben der Küstenwache aber gering.

Am Donnerstag fegte der Orkan "Kyrill" über den Ärmelkanal und brachte den Frachter "MSC Napoli" in Seenot. Das 275 Meter lange Schiff knickte in Höhe der Aufbauten ein, durch mehrere Risse drang Wasser in den Maschinenraum. Mittlerweile wurde das Schiff von zwei französischen Hochseeschleppern in Richtung Sidmouth geleitet und dort eine Meile vor der südenglischen Küste in seichtem Wasser kontrolliert auf Grund gesetzt.

Der Frachter liege jetzt sicher auf dem Meeresboden, teilte britische Küstenwachse gestern mit. Allerdings droht das Schiff auseinanderzubrechen: Nach BBC-Angaben hat das Schiff derzeit 35 Grad Schlagseite. Das Containerschiff kann deswegen nach Angaben der Küstenwache "jederzeit" kentern.

Der leck geschlagene Frachter habe zudem mittlerweile fast 200 Tonnen Öl verloren, sagte heute ein Vertreter der Küstenwache nach Angaben des Senders Sky News. Es habe sich ein Ölteppich gebildet, einige Seevögel seien bereits verschmutzt worden. Die Reinigungsarbeiten hätten schon begonnen.

fba/AFP



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