Südafrika Ausnahmezustand wegen Vergewaltigungen?

Die Regierung Südafrikas steht unter Druck: Nach mehreren Vergewaltigungen von Babys und Kleinkindern fordert die größte Zeitung des Landes die Ausrufung des Ausnahmezustands.


Gefordert im Kampf gegen die Vergewaltigungen: Südafrikas Präsident Thabo Mbeki
REUTERS

Gefordert im Kampf gegen die Vergewaltigungen: Südafrikas Präsident Thabo Mbeki

Johannesburg - "Die gesamte Nation wird attackiert", schreibt die Zeitung "Sowetan" auf ihrer Titelseite. So wie Amerika den Terror bekämpfe, müsse Südafrika den Missbrauch bekämpfen. Präsident Thabo Mbeki solle darüber nachdenken, den Ausnahmezustand auszurufen. Der Anlass für die markigen Worte: Am Wochenende waren die Vergewaltigungen eines acht Monate alten Babys und eines zweijährigen Kleinkinds bekannt geworden.

Erst vor drei Wochen war in Südafrika ein neunmonatiges Baby von insgesamt sechs Männern missbraucht worden. Statistisch gesehen wird in dem Land alle 30 Sekunden eine Frau vergewaltigt. Selbst die Wiedereinführung der Todesstrafe ist daher zuletzt debattiert worden.

Am Wochenende hatten mehrere tausend Männer in Kapstadt gegen den im Land verbreiteten Missbrauch von Frauen und Kindern demonstriert. Eine von einer besorgen Mutter ins Leben gerufene E-Mail-Kampagne, in der die Regierung zum Handeln aufgerufen wird, hat nach Medienberichten ein großes Echo gefunden.

Die beiden jüngsten Opfer von Kinder-Vergewaltigungen waren verlassen auf freiem Feld entdeckt worden. Der Gesundheitszustand der Zweijährigen gilt als sehr ernst. Derzeit wird untersucht, ob das Baby mit dem tödlichen HI-Virus infiziert wurde.



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