Südafrika Blutige Rituale zum Erwachsenwerden

Immer wieder sterben männliche Jugendliche in Südafrika an brutalen Initiationsritualen. Erst kürzlich wurden fünf Teenager tot aufgefunden. Allein im Großraum Johannesburg werden seit Wochenbeginn mehr als 50 misshandelte Jungen in Krankenhäusern behandelt.

Johannesburg - Das Entsetzen war groß, als am Dienstag die Leichen von fünf Jungen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren in einem Gebirge bei Heidelberg gefunden wurden, 40 Kilometer östlich von Johannesburg. Bei Initiationsritualen waren sie laut Aussagen von Mitschülern schwer misshandelt worden, dann mussten sie die Nacht bei minus zehn Grad ohne Kleidung im Freien verbringen.

Unter der schwarzen südafrikanischen Bevölkerung sind die mehrwöchigen Initiationsriten ein umstrittener Brauch, dem sich viele 14- bis 18-Jährige unterziehen müssen. Oftmals werden Beschneidungen vorgenommen, meistens unter katastrophalen hygienischen Bedingungen.

Nachdem die jüngsten Todesfälle publik wurden, wurde weiterhin bekannt, dass allein im Großraum Johannesburg seit Wochenbeginn 51 Jungen in Krankenhäusern behandelt werden. Die meisten waren aus abgelegenen Schulen geflohen und mit starken Unterkühlungen in den Bergen gefunden worden. "Sie leiden an Lungenentzündung, Bronchitis oder Austrocknung, haben Infektionen an den Genitalien und wurden schwer geschlagen", sagte die Polizeisprecherin in Johannesburg.

Die "Lehrer" der fünf toten Jugendlichen wurden inzwischen festgenommen, die Initiationsschule geschlossen.