Süditalien Frauen gehen gegen Minirockverbot auf die Straße

Fluchen, Gotteslästerung, Miniröcke - all dies will ein Bürgermeister in Süditalien unter Strafe stellen. Besonders gegen knappe Bekleidung will der konservative Politiker vorgehen und Strafen bis 500 Euro verhängen. Die Bewohnerinnen der Stadt demonstrieren dagegen.

Demonstranten in Süditalien: Minirock-Trägerinnen drohen bis zu 500 Euro Strafe
AP

Demonstranten in Süditalien: Minirock-Trägerinnen drohen bis zu 500 Euro Strafe


Castellammare di Stabia - Ein Verbot von Miniröcken und ähnlich aufreizender Kleidung sorgt in der kampanischen Hafenstadt Castellammare di Stabia für Wirbel. Mit einem sittsamen Sit-In demonstrierte am Montagabend ein gutes Dutzend Frauen der Stadt am Vesuv gegen den Plan ihres konservativen Bürgermeisters Luigi Bobbio.

Bobbio will solch knappe Bekleidung und ähnliche Verstöße gegen den öffentlichen "Anstand" mit Geldstrafen von 25 bis zu 500 Euro belegen - vor allem, wenn dabei auch noch Reizwäsche sichtbar wird. Miniröcke bleiben aber erlaubt, so lange sie nicht zu kurz sind, wie Bobbio versicherte. "Es geht um gesunden Menschenverstand und Anstand", sagte er.

Die Demonstration linker Frauen vor dem Rathaus ließ der Bürgermeister von einer starken Polizeipräsenz flankieren, wie italienische Medien berichteten. Der Stadtrat nahm die Vorlage an. Die Vorschriften träten sofort in Kraft, sagte Bürgermeister Bobbio.

Der Bürgermeister will auch Fluchen und Gotteslästerung in der Öffentlichkeit und das Ballspielen in den Parkanlagen unter Strafe stellen. Er folgt damit vielen anderen Stadtoberen Italiens, denen die Regierung in Rom freie Hand gibt für kommunale Verbote, wenn es um die öffentliche Sicherheit und Ordnung in ihrer Gemeinde geht.

luk/dpa/apn

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