Südkorea Mehr als 237.000 Menschen unterschreiben gegen Sexpuppen-Import

Dürfen Sexpuppen importiert werden? Diese Frage hat eine Kontroverse in Südkorea ausgelöst.

Sexpuppe (Symbolbild)
NurPhoto via Getty Images

Sexpuppe (Symbolbild)


Die Regierung in Südkorea muss sich mit einem nicht alltäglichen Thema befassen: Eine Petition gegen den Import von lebensgroßen Sexpuppen hat so viele Unterschriften gesammelt, dass das Büro des Präsidenten Moon Jae In darauf reagieren muss.

Das Hohe Gericht in Seoul hatte im Februar den Import von Sexpuppen erlaubt. Im Juni bestätigte der Oberste Gerichtshof das Urteil. Die Richter entschieden damit zuungunsten der staatlichen Zollbehörden. Diese hatten den Import blockiert, indem sie Sexpuppen als "moralisch herabwürdigende Produkte" eingestuft hatten.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs hatte Kritik ausgelöst. Mehr als 237.000 Menschen unterschrieben die Petition, die nun beim Büro des Präsidenten eingereicht wurde. Der namentlich nicht genannte Initiator argumentierte, dass mehr importierte Sexpuppen zu mehr Sexualverbrechen führen könnten.

Ein Sprecher des Zollamts in Incheon sagte, die Behörde hätte Importe aus Japan erlaubt. Sie prüfe aber immer noch, ob importierte Puppen aus China freigegeben werden sollen.

Der Chef der Vertriebsgesellschaft, die die Einschätzung des Zolls angefochten hatte, teilte mit, dass man keine Gesamtzahlen für die Anzahl der nach Südkorea importierten Sexpuppen liefern könne. Seit dem Gerichtsurteil habe es jedoch "viele Einzelpersonen" gegeben, die ins Ausland gereist seien, um Puppen mitzubringen.

bbr/Reuters

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insgesamt 16 Beiträge
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geotie1 02.08.2019
1.
Diese Leute müssen schon sehr einsam sein, wenn man sich so eine Puppe anschafft, quasi als Ehepartner, Liebesbeziehung oder einfach nur zum Quasseln. Noch einsamer wird es, wenn man dann niemanden mehr einladen will, weil sonst die Einsamkeit auffällig wird. Der Mensch ist schon ein sehr hochkompliziertes Geschöpf!
andrehe 02.08.2019
2. Geht es noch?
Sexpuppen erlauben, sich selbst zu befriedigen, gerade für diejenigen, die sonst über die Stränge schlagen würden. Mit einer Puppe können sie ihre Vorliebe nach Dominanz und Kontrolle befriedigen, ohne andere Menschen zu nötigen oder anderweitig zu schädigen. Wenn man es so sieht wie die Unterzeichner, dann müßte genauso der Import von Computerspielen verboten werden. Ob es dann immer noch 237 000 Fürsprecher gäbe? Da gibt es wohl noch einen erheblichen Bedarf an Sexualaufklärung und politischer Bildung.
jonath2010 02.08.2019
3. Widerlich
237.000 unterschrieben die Petition gegen den Import. Ich hätte auch unterschrieben. Eine solche Puppe ist die frauenfeindliche und widerliche Reduzierung von Frauen auf eine einzige Rolle: Nämlich die eines Sexualobjekts.
Crom 02.08.2019
4.
Zitat von jonath2010237.000 unterschrieben die Petition gegen den Import. Ich hätte auch unterschrieben. Eine solche Puppe ist die frauenfeindliche und widerliche Reduzierung von Frauen auf eine einzige Rolle: Nämlich die eines Sexualobjekts.
Es geht um Puppen nicht um Frauen und ja diese Puppen dienen vornehmlich als Sexualobjekt. Haben Sie als Kind mit Puppen gespielt? Wenn ja, haben sie offenbar Menschen zu reinen Spielobjekten degradiert. Wie widerlich finden Sie das denn?
scharfekante 02.08.2019
5. straeflich
Vor allem wird durch die "Zulassung" von lebensgrossen "Sexpuppen" der Unterschied zwischen Mensch und Objekt in geradezu straeflicher Weise verwischt ("Tut mir leid, ich dachte, der auf dem Boden liegende Koerper sei nur eine Sexpuppe gewesen"), waehrend andererseits auch der sexuelle Akt entmenschlicht und empathielos wird.
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