Superjet-Unglück in Indonesien Rettungskräfte bergen erste Absturzopfer

Mit Hubschraubern und Kletterausrüstungen bahnten sich Helfer in Indonesien den Weg zu dem abgestürzten Superjet, Nebel behinderte die Sicht. Nun haben die Rettungskräfte mit der Bergung der Leichen begonnen.


Jakarta - Der abgestürzte Superjet liegt in extrem unwegsamem Gelände. Die Arbeit der Einsatzkräfte gestaltet sich daher sehr schwierig. Zwei Tage nach dem Absturz der russischen Maschine vom Typ Suchoi Superjet 100 in Indonesien haben Helfer erste Opfer gefunden - und mit der Bergung der Leichen begonnen.

An der Absturzstelle am Hang eines Vulkans südlich von Jakarta seien zwölf Leichen geborgen worden, teilte der Leiter des nationalen Rettungsdienstes mit. Die Rettungskräfte mussten bei ihrem Einsatz Kletterausrüstung benutzen, da das Wrack an einem Steilhang liegt. Nach Angaben des Leiters der Bergungsarbeiten, Anton Muktu Putranto, rutschte das Flugzeug nach dem Aufprall am Vulkan Salak 250 Meter weit bis auf 1800 Meter Höhe ab. "Der Abhang ist sehr steil, in einem Winkel von etwa 85 Grad", fügte Putranto hinzu. Die Leichen sollten nun mit Seilen heruntergelassen werden.

Erste Rettungskräfte waren bereits am Donnerstag an die Unglücksstelle gelangt. Wegen des Einbruchs der Dunkelheit konnten die Bergungsarbeiten aber erst am Freitag beginnen.

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Absturz über Indonesien: Retter kämpfen sich zu russischem Wrack
Sechs Hubschrauber sind einem Sprecher der Rettungskräfte zufolge im Einsatz. Seit dem Morgen versuchten die Hubschrauber, sich der Unglücksstelle zu nähern - doch behinderte dichter Nebel die Arbeiten. "Die Sicht ist so schlecht, dass sie weniger als fünf Meter beträgt. Das macht es sehr schwierig, die Opfer dort herauszuholen", sagte Sunarbowo Sandi, der Leiter des Rettungsteams.

Das russische Flugzeug war am Mittwoch bei einem Schauflug für Kaufinteressenten vom Radar verschwunden. Suchtrupps orteten das Wrack erst mehr als 18 Stunden später. Die Maschine war am Salak zerschellt, offenbar überlebte keiner der Insassen den Absturz. Nach russischen Angaben waren 45 Menschen an Bord, nach indonesischen Angaben 47.

Inzwischen sind russische und französische Experten in Jakarta eingetroffen, um bei der Untersuchung des Absturzes zu helfen. Über die Unglücksursache konnte zunächst nur spekuliert werden, auch Luftfahrtexperten zeigten sich ratlos. Der Pilot hatte aus ungeklärten Gründen 20 Minuten nach dem Start um Erlaubnis gebeten, die Flughöhe verlassen zu dürfen. Dann brach der Funkkontakt ab.

Das Prestigeobjekt der russischen Luftfahrtbranche war neu und mit modernster Technik aus verschiedenen Ländern ausgerüstet. Der russische Hersteller hatte gerade erst begonnen, das Flugzeug im asiatischen Markt vorzustellen. Die Maschine sollte anderen Mittelstreckenanbietern wie Bombardier (Kanada) und Embraer (Brasilien) Konkurrenz machen.

siu/AP/dpa



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ein-berliner 11.05.2012
1. Superjet?
Wie zu Zeiten der Airbuseuphorie war auch hier der Pilot des Demoflugs zu optimistisch. Physik ist durch nichts zu überlisten. Es waren fast immer Fehler der Bediener bei schweren Flugzeugunglücken, selten - aber um so schlimmer - Probleme in der Soft- oder Hardware. Diese Fehler müßten eigentlich durch Simulationen vorher erkannt und beseitigt werden, selbst Unachtsamkeiten der Piloten. Systemanalytiker haben hier ihr Betätigungsfeld, unabhängig von monitären Überlegungen.
suckz 11.05.2012
2. optional
bei solchen Wetterbedingungen überhaupt solche Vorführflüge durchzuführen ist schom hahnebüchen, aber danndazu noch von Piloten, die die Topologie nicht kennen im Tiefflug??? Warum nich überm offenen Meer??? Für Suchoj ist die Show jedenfalls erst mal gelaufen, die konkurrenz wird`s sicher nicht bedauern...
postgolf 11.05.2012
3. geschwätz
Was versuchen Sie uns mit diesem Kommentar mitzuteilen? Kannten Sie den Piloten, oder worauf stützen Sie Ihre Aussage? Nach bisherigen Erkenntnissen ist es durchaus möglich, dass die Absturzursache auch durch einen Soft- bzw. Hardwaredefekt ausgelöst werden konnte. Abgesehen davon könne man ebenso gut behaupten, ein technischer Defekt würde verschwiegen, da ein Pilotenfehler dem Image des Flugzeugherstellers weniger schade... na, welches ihrer Produkte wurde verbaut? Das Kollisions-Warnsystem? ;) ... (rhetorische Unterstellung)
ottohuebner 11.05.2012
4. und warum laesst .........
und warum laesst die flugsicherung den piloten in diesem gebiet auf dieser hoehe fliegen ? auch das muss man ja wohl mal fragen.
tatraholger 11.05.2012
5. Tragischer Unfall!
Das ist ein sehr tragischer Unfall! Was zu diesen gefuehrt hat ist bis jetzt noch nicht klar! Es kann ein menschliches Versagen gewesen sein, als auch ein technisches. Obwohl die bekannten Umstaende, die von der Besatzung gewollte Senkung der Flughoehe, eher auf "menschliches Versagen" hindeudet! Allerdings muss man sich auch fragen, warum die indonesische Flugueberwachung diese Flughoehenaenderung ueberhaupt genehmigt hat!? Wenn das Wetter wirklich so schlecht war, dann ist das eigentlich nicht zu begreifen! Denn der indonesischen Flugueberwachung ist das dortige bergige Gelaende doch bekannt!? Was man von der Besatzung nicht unbedingt erwarten kann. Wie auch immer, es ist ein sehr tragischer Unfall und mein herzliches Beileid an die Angehoerigen der Opfer! Das man aber jetzt wieder versucht, aus diesen Unfall eine antrussische Stimmung zu wecken, ist absolut nicht zu begreifen!!!
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