Schiff gesunken Dramatische Rettungsaktion der "Bounty"-Crew

Der schwere Sturm "Sandy" hat vor der amerikanischen Küste zu einem Schiffsunglück geführt. Das Filmschiff "Bounty" ist gesunken. Die Crew konnte den Dreimaster kurz vorher noch verlassen. Der Kapitän wurde auch Stunden später noch vermisst.

Rettungsaktion: Küstenwache holt "Bounty"-Crew aus dem Wasser
REUTERS/ U.S. Coast Guard

Rettungsaktion: Küstenwache holt "Bounty"-Crew aus dem Wasser


Washington - Vor der US-Ostküste ist der Dreimaster "HMS Bounty" am Montag in schwerer See gesunken. Vor dem Untergang des Segelschiffs konnten sich 14 der 16 Besatzungsmitglieder in Rettungsbooten in Sicherheit bringen. Über ein 15. Crewmitglied gab es am Montagabend (Ortszeit) widersprüchliche Meldungen. In einigen Berichten hieß es, es habe sich um einen 42-jährigen Mann gehandelt, der tot geborgen worden sei. In anderen war davon die Rede, es habe sich um eine Frau gehandelt, die bewusstlos geborgen worden sei. Der 63-jährige Kapitän des 1962 für einen Filmdreh gebauten Schiffs wurde weiter vermisst.

Das Schiff war am Montag vor der Küste des Bundesstaats North Carolina wegen des herannahenden Hurrikans "Sandy" bei bis zu fünf Meter hohen Wellen und Windböen von bis zu 65 Stundenkilometern in Seenot geraten und hatte einen Notruf abgesetzt. Nach Ausfall der Stromversorgung konnte die 16-köpfige Besatzung das Wasser, das bei den hohen Wellen ins Schiff kam, nicht mehr herauspumpen, so dass sie zum Verlassen des Schiffs gezwungen war.

Wie die Küstenwache am Mittag mitteilte, wurden die 14 Seeleute aus den beiden Rettungsbooten mit zwei Helikoptern geborgen. Die Suche nach dem Kapitän des Segelschiffs werde fortgesetzt.

Bei dem 55 Meter langen Dreimaster handelt es sich um einen Nachbau der legendären "HMS Bounty" aus dem 17. Jahrhundert. Das Segelschiff war 1962 für den Spielfilm "Die Meuterei auf der Bounty" gebaut worden, bei dem es um den berühmten Aufstand der Besatzung des britischen Segelschiffs 1789 vor Tahiti ging. Später war der Nachbau des Schiffs auch für die Dreharbeiten anderer Filme eingesetzt worden.

Der Sturm "Sandy" traf in der Nacht zum Dienstag im Bundesstaat New Jersey auf Land. Auch die Metropole New York bereitete sich auf den Sturm vor, dort kam das öffentliche Leben zum Erliegen. Insgesamt soll ein Küstenstreifen von mehr als 1100 Kilometern von Maine bis nach South Carolina die Auswirkungen des Sturms zu spüren bekommen. Im Gefahrengebiet leben etwa 50 Millionen Menschen.

ler/AFP/Reuters



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