Sylt, Wangerooge, Amrum, Föhr So setzte "Sabine" den deutschen Nordseeinseln zu

Sylt ist sein Sanddepot los, Wangerooge hat keinen Badestrand mehr - und mancherorts sind Deiche beschädigt: Die Sturmfluten der vergangenen Tage haben Inseln und Küstenorten an der Nordsee zugesetzt.
Abbruchkante am Nordseestrand auf Wangerooge: Massive Sandverluste

Abbruchkante am Nordseestrand auf Wangerooge: Massive Sandverluste

Foto: Patrik Stollarz/ dpa

Die durch Wintersturm "Sabine" ausgelösten Sturmfluten haben unter anderem der Nordseeinsel Sylt schwer zugesetzt. Entlang der rund 40 Kilometer langen Westküste sei das jährlich künstlich neu aufgeschüttete Sanddepot zum größten Teil abgetragen worden, teilte das schleswig-holsteinische Umweltministerium in Kiel mit.

Teilweise seien auch die vorgelagerten ersten Dünenreihen angegriffen worden, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums . Beschädigt wurde demnach auch das Rote Kliff nahe der Gemeinde Kampen auf etwa 300 Metern Länge.

Die Nachbarinseln Föhr und Amrum sind demzufolge ebenfalls von Sandverlusten betroffen. Insgesamt hätten die Deiche und Schutzanlagen an der nordfriesischen Nordseeküste den fünf Sturmfluten der vergangenen Tage aber sehr gut standgehalten, hieß es. Lediglich bei Büsum und auf der Halbinsel Nordstrand habe es kleinere Deichschäden gegeben.

Auf Wangerooge sind 80 Prozent des Badestrands futsch

Die Sandinseln vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste sind durch Erosion bedroht, dies gilt vor allem für Sylt mit seiner lang gestreckten Nord-Süd-Ausrichtung. Seit mehr als 30 Jahren werden dort in jedem Sommer mit erheblichem Aufwand große Sandmengen vor die Strände gespült. Diese Depots sollen die Küste stabilisieren und Landverluste stoppen.

Tief "Sabine" war in den vergangenen Tagen über West- und Nordeuropa gezogen, bundesweit sorgten schwere Sturm- und Orkanböen für Probleme und Schäden. Betroffen war auch Wangerooge in Niedersachsen, wo etwa 80 Prozent des Badestrands nach mehreren Sturmfluten verschwunden sind.

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Strand ohne Sand

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Patrik Stollarz/ dpa

Ob der Sand für das gewohnte Bild vom rund einen Kilometer langen Traumstrand bis zum Sommer wieder aufgefüllt werden kann, ist ungewiss. Normalerweise wird das, was in der Sturmflutsaison abgetragen wird, mit Sand aus dem Osten der Insel aufgefüllt. In den vergangenen Jahren waren das laut Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr jeweils zwischen 50.000 und 55.000 Kubikmeter Sand.

Die Vorräte gingen inzwischen jedoch zur Neige, sagte Fangohr. Die Kurverwaltung hoffe darauf, sich zusätzlich an Sandbänken bedienen zu dürfen. Aktuell trenne eine Abbruchkante von stellenweise mehreren Metern Höhe die Promenade vom Strand. Ab Mitte März sollen die Laster mit Sand rollen, um den Strand wieder aufzuschütten: "4000 Touren über sechs Wochen", sagte Fangohr.

mxw/AFP