Weltweiter Anti-Homophobie-Tag Feiern für Vielfalt

Straßenpartys in Regenbogenfarben und Demos für die Vielfalt: Zum internationalen Tag gegen Homophobie setzen Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle ein Zeichen für Toleranz. Noch immer steht Homosexualität in mehr als 70 Ländern unter Strafe.

DPA

In mehr als 130 Ländern wird die Vielfalt gefeiert: Seit 2004 gilt der 17. Mai als internationaler Tag gegen Homophobie. Betroffene weisen dann öffentlich auf die Diskriminierung hin, der Schwule, Lesben oder Transsexuelle vielerorts noch immer ausgeliefert sind. Der Termin wurde im Hinblick auf den 17. Mai 1990 gewählt - damals beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen.

Weltweit wird der Gedenktag mit Diskussionen, Straßenfesten oder Konzerten begangen. Mehrere Staaten und internationale Institutionen haben ihn mittlerweile offiziell anerkannt - wie im April 2007 zum Beispiel das Europäische Parlament.

Aus Sicht des Europarats zählen Hassverbrechen und Gewalt auch in Europa nach wie vor zu den hartnäckigsten Verstößen gegen die Menschenrechte. Dazu gehörten nicht nur körperliche und seelische Gewalt, sondern auch Zwangsheiraten, Mobbing und Zurückweisung durch die Familie. "Zur Bekämpfung dieser Verbrechen ist ein solider rechtlicher und politischer Rahmen erforderlich", fordert der Europarat anlässlich des Gedenktags 2015.

Nachdem in Indien im Jahr 2013 ein Gesetz verabschiedet wurde, das wieder homosexuelle Handlungen als kriminell einstuft, gibt es nun weltweit 77 Länder, in denen Gesetze die sexuelle Freiheit massiv einschränken. Die meisten von ihnen befinden sich in Afrika und im Nahen Osten. In fünf Ländern (Saudi-Arabien, Iran, Jemen, Mauretanien, Sudan) und in Teilen von Nigeria und Somalia steht auf Homosexualität die Todesstrafe.

sto/dpa



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