Vermisstensuche nach Taifun "Haiyan" Wir haben überlebt

Wie finde ich im Chaos auf den Philippinen Vermisste? Und wie kann ich meine Lieben wissen lassen, dass ich lebe? Ein Fotograf drückt Überlebenden von Taifun "Haiyan" einen Tablet-PC in die Hand, auf dem ihre Namen zu lesen sind - und verbreitet diese Bilder im Internet.

REUTERS

Tacloban - Allmählich läuft auf den Philippinen die Hilfe für die Betroffenen des Taifuns "Haiyan" an. Wegen der zerstörten Straßen, Häfen und Flugplätze gelangen Lebensmittel, Medikamente und Wasseraufbereitungsanlagen aber nur langsam in die Katastrophengebiete.

Und noch immer ist die Lage unübersichtlich: Von den Folgen des Sturms sind laut Uno mehr als elf Millionen Menschen betroffen, 660.000 verloren ihr Zuhause. Mehr als 2300 Menschen kamen laut der philippinischen Regierung ums Leben, Dutzende wurden demnach noch vermisst - Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass diese Zahlen noch steigen werden.

Wie soll man in diesem Chaos vermisste Angehörige oder Freunde finden? Und wie soll man andere wissen lassen, dass man überlebt hat? Ein Fotograf, der für die Nachrichtenagentur Reuters im Krisengebiet ist, will Betroffenen helfen. John Javellana veröffentlicht Fotos Überlebender auf seiner Facebook-Seite - in der Hoffnung, die richtigen Leute mögen die Bilder sehen.

Um die Abgebildeten eindeutig identifizieren zu können, drückt er ihnen seinen Tablet-Computer in die Hand, auf dem die Namen der Personen und eventuell eine persönliche Botschaft zu lesen sind. Javellana hält sich laut "Yahoo News" derzeit in der Provinz Samar auf, die von "Haiyan" schwer getroffen wurde.

Javellana ist mit seiner Suche über soziale Netzwerke nicht allein. Auf der Google-Plattform "person finder" wird ebenso nach Vermissten gesucht wie auf Twitter mit den Hashtags #yolandaPH und #haiyanPH.

Fotostrecke

20  Bilder
Tacloban nach "Haiyan": Überleben in der zerstörten Stadt

kbl/ulz



insgesamt 3 Beiträge
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kahani84 15.11.2013
1. tolle sache
ich hoffe nur, irgend jemand ist auf die idee gekomen, die namen als dateinamen zu speichern, damit man sie schnell durchsuchen und weiterschicken kann. anonsten ist diese "ich nehme ein tablet und schreibe es da drauf, um dann ein foto zu machen" eine sehr wenig nützliche technik-kramerei.
Freddy Kraus 15.11.2013
2. Viele widerspruechliche Meldungen
Alle Menschen sind auf der Insel Leyte versorgt und dann wieder nicht. Auch die Zahl der Toten wird permanent nach oben und unten relativiert. Die philippinische Regierung, deren Beamten, Polizisten und Soldaten bekommen nichts in den Griff. Auf der gegenueberliegenden Insel Cebu ca. 150 Kilometer Luftlinie entfernt ist alles vorhanden was man fuer die Versorgung der Menschen in Leyte braucht. Warum die Amerikaner kommen mussten versteht hier nicht jeder. Hier in Cebu geht das Lebengany normal weiter. Die grossen Hotels in Cebu Mactan Island haben ihre Gaeste und feiern und auch deutsche Unternehmen wie DHL und Boehringer Ingelheim tagen zur Zeit hier. "Lebbe geht weiter".
juppanese 16.11.2013
3. Je weiter weg...
...desto groesser scheint die "Betroffenheit" zu sein - glueklicherweise jedoch auch die Unterstuetzungsbereitschaft:Waehrend in Laendern wie Deutschland eine grosse Hilfewelle (Spenden, Paketsendungen etc) angelaufen ist, in den Internetforen, wie z.B. dem "Philippinenforum Deutschland" sogar hysterische Erscheinungsformen wie dem Ruf nach einer "virtuellen Schweigeminute" zu lesen sind, ist bereits auf den Nachbarinseln von Leyte, wie z.B. Negros im oeffentlichen Raum keinerlei Einschraenkung zu erleben - das Leben geht in der Tat ganz normal weiter; lediglich die TV-Nachrichten sind mit reisserischen Berichten gespickt!
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