Dutzende Tote nach Taifun "Mangkhut" "Wir machen weiter, bis wir alle gefunden haben"

Der Taifun "Mangkhut" hat die Philippinen und Teile Chinas schwer getroffen. Mehr als 60 Menschen kamen ums Leben, etliche weitere werden noch vermisst.

Zerstörungen in Itogon auf den Philippinen
AFP

Zerstörungen in Itogon auf den Philippinen


Die Zahl der Toten durch den zerstörerischen Taifun "Mangkhut" auf den Philippinen ist weiter gestiegen. Nach Behördenangaben stieg die Zahl der Todesopfer auf 65, nachdem in der Nacht zum Montag im Ort Itogon weitere Leichen nach einem massiven Erdrutsch entdeckt wurden.

Einem Polizeisprecher zufolge werden weitere 43 Menschen vermisst. Mehr als 155.000 Menschen befänden sich in Notunterkünften, sagte er. In Itogon suchten Rettungskräfte mit Schaufeln und Hacken nach Opfern. Eine Schlammlawine, ausgelöst durch heftige Regenfälle, hatte dort eine Unterkunft von Bergbauarbeitern unter sich begraben.

Laut Bürgermeister Victorio Palangdan hielten sich 40 bis 50 Menschen in dem Gebäude auf: "Wir glauben zu 99 Prozent, dass die eingeschlossenen Leute tot sind", sagte er. "Wir machen weiter, bis wir alle Körper gefunden haben."

Im Video: Die tödliche Wucht von "Mangkhut"

Palangdan macht unregulierten Bergbau für die Erdrutsche verantwortlich. Es handele sich um eine verlassene Bergbauregion, die jedoch von einigen Bergleuten weiter genutzt werde. Er habe die Arbeiter und Bewohner vor dem Wirbelsturm aufgefordert, den Ort zu verlassen, sagte Palangdan. Polizei habe zur Unterstützung bereit gestanden. "Aber sie haben die Polizisten ausgelacht und auf die Häuser gezeigt."

Wegen des steilen Hangs seien die Bergungsarbeiten sehr schwierig, sagte der Helfer Walter Coting. Außerdem gebe es zu wenig Ausrüstung: "Wir brauchen Bagger, um den Bereich von Erde und Schutt zu befreien. Außerdem brauchen wir Flutlicht, denn wenn es dunkel wird, können wir nicht weiterarbeiten." Einem Bericht zufolge schickte die Küstenwache Spürhunde nach Itogon, das in der Provinz Benguet etwa 200 Kilometer nördlich von Manila liegt.

Der Taifun war von den Philippinen kommend am Sonntag weiter zum chinesischen Festland gezogen. Dort wurden bislang vier Tote gemeldet. Mehr als drei Millionen Menschen waren vorsorglich in Sicherheit gebracht und Zehntausende Fischerboote zurück in die Häfen beordert worden.

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In Hongkong verursachte der Taifun laut Behördenangaben schwere und großflächige Schäden, mehr als 300 Menschen erlitten zudem Verletzungen. Inzwischen haben die Aufräumarbeiten begonnen; Schulen bleiben aber vorerst geschlossen, der öffentliche Nahverkehr ist stark beeinträchtigt.

Wie die chinesische Katastrophenschutzbehörde mitteilte, hinterließ der Sturm in der Provinz Guangdong besonders schwere Schäden. Drei Menschen wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen.

mxw/dpa/AFP



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