Taiwan 80 Tote bei Flugzeugabsturz

Beim Absturz eines Jumbos in Taiwan sind 80 Menschen ums Leben gekommen, 52 liegen zum Teil schwer verletzt im Krankenhaus. Unter den Passagieren befand sich auch ein Deutscher.


Beim Aufprall auf dem Boden brach die Maschine auseinander
REUTERS

Beim Aufprall auf dem Boden brach die Maschine auseinander

Taipeh - Der Deutsche, der an Bord des Unglücksflugzeugs war, hat den Absturz überlebt und liegt verletzt in einem Krankenhaus. Das bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amts gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Die Fluggesellschaft Singapore Airlines gab den Namen mit Harald Linke an. Dem US-Nachrichtensender CNN sagte der Mann von seinem Krankenbett: "Das Heck lag völlig auf der Seite. Sie konnten die Notausgänge nicht öffnen, weil sie auf dem Boden lagen."

"Wir begannen, den Rauch zu bemerken. Ich hatte Angst, dass es einen Brand gibt", sagte Linke. "Ich bedeckte mein Gesicht mit einem Handtuch. Schließlich gab es Verwirrung. Wir dachten, wir müssen aus dem Heckbereich rauskommen. Wir stolperten über Trümmer und fanden schließlich unseren Weg nach draußen. Es war sehr schwer."

Der Amerikaner John Diaz sagte gegenüber CNN: "Da gab es einen lauten Knall, und dann war da plötzlich Feuer überall. Die Flammen schossen direkt neben mir hoch. Ein armer Kerl neben mir - ich denke, er wurde vom Flugzeugbenzin durchnässt - brannte lichterloh wie eine Fackel."

Das total verkohlte Wrack der Maschine
DPA

Das total verkohlte Wrack der Maschine

Die Zahl der Toten stieg am Mittwoch auf 80. 52 Verletzte liegen mit zum Teil schweren Verletzungen in Krankenhäusern, sagte ein Sprecher der Luftverkehrsbehörde in Taipeh. Die Behörden hatten anfangs nur von einem Toten berichtet, ein Sprecher der Fluggesellschaft in Los Angeles hatte sogar bestritten, dass es überhaupt Tote gebe.

Die beiden Flugschreiber der Ungklücksmaschine wurden inzwischen gefunden. Die Boeing 747-400 war unmittelbar nach dem Start in Flammen aufgegangen und in einem Feuerball explodiert. Im Dach des vorderen Teils der Maschine klaffe ein Loch, hieß es. Teile des Rumpfes der Boeing sind verkohlt.

SPIEGEL ONLINE
Das Unglück ereignete sich um 23.18 Uhr Ortszeit. Über die Ursache wurde weiter spekuliert. Nach Angaben der Behörden wurde bislang kein fremdes Objekt auf der Rollbahn gefunden. Der Pilot hatte angegeben, beim Start mit einem Gegenstand kollidiert zu sein. Andererseits wurde auch der herannahende Taifun mit stürmischen Winden als mögliche Ursache genannt. Das Unwetter behinderte auch die Bergungsarbeiten.



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