Tanker gesunken Angst vor Chemiekatastrophe im Ärmelkanal

Erinnerungen an "Erika" werden wach: Der Tanker, der gestern vor der Bretagne havarierte, ist jetzt nördlich der britischen Kanalinsel Alderney gesunken. Die Angst vor einer Verseuchung des Meeres durch giftige Chemikalien wächst.


Die gesunkene "Ievoli Sun"
REUTERS

Die gesunkene "Ievoli Sun"

Rennes - Der leck geschlagene italienische Tanker "Ievoli Sun" mit 6000 Tonnen giftigen Chemikalien sollte in einen französischen Hafen geschleppt werden. Die Besatzung war am Montag per Helikopter in stürmischer See von Bord geholt worden.

Am Ort des Untergangs beobachten Schiffe und Flugzeuge, ob die Ladung austritt. An Bord waren nach Angaben der Matrosengewerkschaft 4000 Tonnen Phenylethylen, 1000 Tonnen Methyl- und weitere 1000 Tonnen Isopropyl-Alkohol.

Ein Hochsee-Schlepper hatte das Schiff seit Dienstagmorgen trotz stürmischer See von der Küste weg in nordöstliche Richtung gezogen. Es sollte nach Cherbourg oder Le Havre geschleppt werden.

Der Kapitän des Tankers hatte am frühen Montagmorgen in stürmischer See Wassereinbruch gemeldet und war mit seiner 13-köpfigen Besatzung von Helikoptern geborgen worden. Am Heck gab es Anzeichen für auslaufende Flüssigkeit aus den Tankräumen. Das vordere Drittel des Tankers ist überflutet. Der Tanker kam aus dem britischen Hafen Fawley und war unterwegs nach Berre an der Rhone-Mündung.

Vor rund zehn Monaten hatte der Untergang des Tankers "Erika" vor der Bretagne eine Ölpest verursacht und den Tod zehntausender Seevögel zur Folge.



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