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01. November 2000, 12:16 Uhr

Tankerunglück

"Starker Chemikaliengeruch"

Aus dem Wrack des gesunkenen Tankers "Ievoli Sun" treten offenbar Chemikalien aus. Dass will die Besatzung eines französischen Schiffes gerochen haben.

Die gekenterte "Ievoli Sun" kurz vor ihrem Untergang
REUTERS

Die gekenterte "Ievoli Sun" kurz vor ihrem Untergang

Cherbourg - Die Besatzung des französischen Minensuchbootes "Cephee" habe an der Unglücksstelle einen "starken Styrol-Geruch" ausgemacht, teilte die See-Präfektur in Cherbourg mit. Wegen möglicher Explosionsgefahr wurden die Arbeiten an der Unglücksstelle daraufhin eingestellt.

Britische und französische Experten beobachten die Unglücksstelle aus der Luft. Neben dem Minensuchboot wurde ein für Abpumparbeiten mit einem Roboter ausgerüstetes Schiff zu dem Tanker entsandt. Außerdem soll ein Patrouillenboot Wasserproben für Analysen entnehmen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat ebenfalls ein Team nach Cherbourg geschickt, das wenn möglich Wasserproben entnehmen soll. Greenpeace-Experte Christian Bussau sagte gegenüber SPIEGEL ONLINE, dem mit Schlauchbooten ausgerüsteten Team gehörten auch Taucher an. Ob diese zum Einsatz kämen, sei aber noch unklar. Die Taucher könnten außerdem nur in bis zu 50 Metern Tiefe arbeiten. Das Wrack der "Ievoli Sun" wird in 70 Metern Tiefe vermutet.

An der Unglücksstelle war zuvor eine 800 Meter lange und 20 Meter breite schillernde Spur entdeckt worden. Sie könnte vom Treibstoff des gesunkenen Tankers stammen. In Cherbourg sind Krisenstäbe eingerichtet worden, um das weitere Vorgehen zu erörtern. Frankreichs Präsident Jacques Chirac will sich am Mittwoch ein Bild von der Umweltbedrohung und von den möglichen Vorsorgemaßnahmen machen. Der Erdölkonzern Shell Chemicals, der für 4000 der 6000 Tonnen Chemikalien an Bord verantwortlich ist, hat ebenfalls Experten an die Unglücksstelle geschickt.

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