Tankwagenunglück Mindestens 90 Menschen sterben bei Treibstoffexplosion in Kenia

Brandkatastrophe im Nordwesten Kenias: Beim Versuch, kostenloses Benzin aus einem umgekippten Tankwagen zu ergattern, sind Dutzende Menschen getötet worden. Aus noch unbekannten Gründen fing das Benzin plötzlich Feuer - mindestens 90 Menschen starben, über 130 weitere wurden verletzt.

Nairobi - Bei der Explosion eines Tankwagens sind in Kenia am Samstag Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Opferzahlen schwankten zwischen 90 und 111 Toten. Mehr als 150 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen könnte.

Als der Tankwagen am Samstag nahe der Stadt Molo von der Straße abkam und nach dem Unfall Treibstoff verlor, versammelten sich nach Angaben des Polizeichefs der Provinz Rift Valley mehrere hundert Menschen um den umgestürzten Lkw, um Benzin aufzufangen. Auf noch unbekannte Weise fing das Benzin Feuer.

Wie das Feuer genau entstanden ist, war zunächst unklar. Ein Rot-Kreuz-Sprecher sagte, möglicherweise habe jemand eine brennende Zigarette fallen gelassen. Es gebe auch Gerüchte, wonach jemand das Feuer gelegt habe, nachdem ihn Polizei am Zutritt zum Tankwagen gehindert habe.

Die ganze Nacht über suchten Rettungsmannschaften und Anwohner zum Teil mit Kerzen nach Überlebenden. Eine verzweifelte Mutter erzählte an der Unglückstelle, ihre zwei Söhne seien begeistert nach Hause gerannt, um Benzinkanister zu holen. Vergeblich habe sie versucht, sie zurückzuhalten: "Jetzt kann ich sie nicht finden."

Das Unglück ist eines der schwersten in dem ostafrikanischen Land in den vergangenen Jahren. Anfang der Woche waren mindestens 25 Menschen beim Brand eines Supermarktes in der Hauptstadt Nairobi umgekommen. Der Brand hatte sich in dem Geschäft am Mittwoch rasend schnell ausgebreitet, noch am Samstag wurden 47 Menschen in den Trümmern vermutet.

Vizepräsident Kalonzo Musyoka rief die Bevölkerung im Fernsehen zur Ruhe auf. Eine Regierungsdelegation sei auf dem Weg zu der Stadt nordwestlich der Hauptstadt Nairobi, um Rettungskräfte und Polizei zu unterstützen.

amz/dpa/AFP/AP

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