Besuch beim Papst Tebartz-van Elst gibt sich bußfertig

"Ich habe Fehler gemacht": Nach einer Audienz beim Papst äußert sich der geschasste Limburger Bischof selbstkritisch. Tebartz-van Elst hofft auf einen Neubeginn.

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (Archiv): "Vertrauen zerstört"
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Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (Archiv): "Vertrauen zerstört"


Limburg/Rom - Nach einer kurzen Audienz beim Papst zeigt sich der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst reumütig. Zwei Tage nach seinem Rücktritt hat er eine Erklärung abgegeben: "Mit dem Wissen von heute erkenne ich, dass ich Fehler gemacht habe. Auch wenn sie niemals aus Absicht entstanden, haben sie Vertrauen zerstört." (Lesen Sie hier die Stellungnahme im Wortlaut)

Der 54-Jährige hatte Papst Franziskus am Freitag in Rom getroffen - zwei Tage nachdem dieser dessen Amtsverzicht akzeptiert hatte. In dieser Entscheidung sehe er die Chance für einen Neubeginn, für das Bistum Limburg und auch für ihn selbst, heißt es weiter in der Erklärung von Tebartz-van Elst.

Zu gegebener Zeit solle der Bischof mit einer neuen Aufgabe betraut werden, erklärte der Heilige Stuhl seinerseits in einer Mitteilung. Dies habe Franziskus ihm gegenüber auch bei der "herzlichen, brüderlichen Begegnung" gesagt, bestätigte Tebartz-van Elst.

Der Bischof bat auch darum, seine Äußerungen zum Prüfbericht über die Kostenexplosion am neuen Limburger Bischofssitz nicht als Anfang einer neuen Debatte zu betrachten, sondern als Zäsur. Er hatte Teile des Berichts der Expertenkommission als unwahr bezeichnet und seinen früheren Generalvikar Franz Kaspar für einen wesentlichen Teil der Kostenexplosion verantwortlich gemacht.

gam/dpa

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festuca 28.03.2014
1.
Zitat von sysopDPA"Ich habe Fehler gemacht": Nach einer Audienz beim Papst äußert sich der geschasste Limburger Bischof selbstkritisch. Tebartz-van Elst hofft auf einen Neubeginn. http://www.spiegel.de/panorama/tebartz-van-elst-bischof-gibt-bei-papst-besuch-fehler-zu-a-961382.html
Soll er meinetwegen einen Neubeginn vom Vatikan verordnet bekommen. Zum Beispiel als Missionar im Hochland von Papua-Neuguinea.
stanislas 28.03.2014
2. Schall und Rauch
aTvE gibt sich nach außen als scheinbar einsichtiger Büßer. Unter dem Eindruck seiner jüngsten Äußerungen ist dies reine Strategie, um schneller wieder auf gut bezahlten Posten zu kommen. Arme Welt. Echte Buße hätte TvE verbinden können mit der Absichtserklärung, sich eine Zeit lang karitativ zu betätigen. Nur so wäre wieder Glaubwürdigkeit ins Spiel gekommen.
professorhiggins 28.03.2014
3. Des Bischofs gestörtes Verhältnis zur Wahrheit...
... ist nach einem staatlich anerkannten Meineid und den von ihm erwiesenermaßen wider besseren Wissens geschönten Kosten der Prunkresidenz offenbar geworden. Wem darf man also Glauben schenken: Der unabhängigen Prüfungskommission oder Herrn Tebartz-van Elst, der „Teile des Berichts der Expertenkommission als unwahr bezeichnet“?
groller66 28.03.2014
4. den Glaube
kann TvE ja nun beim Neuanfang denjenigen nahebringen, zu denen er seinerzeit First Class geflogen ist. Damals mussten sie 4 Jahre auf seinen Besuch warten, nun könnte er immer bei ihnen sein.....
isegrim der erste 28.03.2014
5. Warum muss Papst Franz TvE eine neue Stelle geben?
Verstehe ich nicht. TvE kann doch als sog. "Freier Bischof" agieren. Wer einmal eine Predigt hören oder Weihrauch riechen will, bzw einen Segen braucht, der wendet sich vertrauensvoll an ihn.
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