Erbe von Tebartz-van Elst Bistum Limburg hält an umstrittenem Immobilien-Deal fest

Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nicht mehr im Amt, trotzdem bleibt im Bistum manches wie gehabt: Das Haus der Begegnung in Frankfurt soll verkauft werden - wie vom Altbischof geplant. Er selbst wohnt übrigens immer noch in seiner Dienstwohnung.

Limburger Altstadt mit Dom: "Konflikthafte Vorgeschichte"
DPA

Limburger Altstadt mit Dom: "Konflikthafte Vorgeschichte"


In Limburg bleibt vieles beim Alten: Das Bistum will an einem umstrittenen Immobiliengeschäft festhalten, das Altbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst veranlasst hatte. Das Haus der Begegnung in Frankfurt am Main soll nach SPIEGEL-Informationen wie geplant verkauft werden.

Angesichts der "konflikthaften Vorgeschichte" gebe es eine "erhöhte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit", heißt es in einer "Kommunikationsstrategie" der Beratungsfirma Kairos für das Bistum. Eine defensive Strategie würde deshalb "Stillschweigen der Beteiligten" voraussetzen, so das Papier. Allerdings sei auch wahrzunehmen, dass der aktuellen Bistumsspitze "ein erheblicher Vertrauensvorschuss entgegengebracht wird, der Handlungsspielräume eröffnet".

Tebartz-van Elst hatte den Leiter der sozialen Begegnungsstätte entlassen und wollte trotz heftiger Proteste im Bistum die attraktive Immobilie verkaufen, um dem Bischöflichen Stuhl von Limburg frisches Kapital zu verschaffen.

Ende März entband Papst Franziskus Franz-Peter Tebartz-van Elst von seinem Amt. Jedoch lebt der Altbischof nach wie vor in seiner schicken Dienstwohnung zur Miete und sucht nach Angaben des Bistum derzeit nach einer neuen Bleibe. Und auch sonst bleibt nach seiner Amtszeit im Limburger Bistum manches wie früher: Bald soll ein neues großes Bauprojekt anlaufen, für etwa fünf Millionen Euro soll das in die Jahre gekommene Priesterseminar saniert werden. Das ist auch die Summe, die am Anfang für die Sanierung des Bischofssitzes angesetzt war.

juh



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