Teheran Dutzende Menschen sterben bei Hochhaus-Einsturz

Ein Hochhaus ist in der iranischen Hauptstadt Teheran eingestürzt. Das berichtet das staatliche Fernsehen. In dem Gebäude war ein Brand ausgebrochen. Feuerwehrleute waren im Innern, als es zusammenfiel. 30 von ihnen sollen gestorben sein.

REUTERS/ Tasnim News Agency

Ein Hochhaus in Teheran ist nach einem Brand in den obersten Stockwerken eingestürzt. Zuvor war das Gebäude evakuiert worden, berichteten örtliche TV-Sender. Feuerwehrleute kämpften aber noch im Gebäude gegen die Flammen, als es vor laufenden Fernsehkameras einstürzte.

Der staatliche Sender Press TV berichtete, 30 Feuerwehrleute seien bei dem Einsturz gestorben. Die Löschversuche hatten mehrere Stunden gedauert, ehe das Gebäude innerhalb von Sekunden in sich zusammensackte. Ein Augenzeuge sagte, der Einsturz sei "wie eine Szene aus einem Horrorfilm" gewesen.

Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf sprach von mindestens zwanzig toten Feuerwehrleuten. Ein Sprecher der Feuerwehr nannte dies eine realistische Einschätzung. Es seien aber noch seien keine Leichen geborgen worden.

Nach Berichten des Staatsfernsehens waren rund 200 Helfer im Einsatz. Ein Feuerwehrsprecher erklärte, die Behörden hätten die Hausverwaltung in der Vergangenheit mehrfach auf mangelnde Brandsicherheit hingewiesen. So hätten Feuerlöscher gefehlt, in den Treppenhäusern sei Kleidung gelagert gewesen.

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Brand in Hochhaus: Rauchwolke über Teheran

Staatliche Medien berichteten, 75 Personen seien verletzt worden. Zu dieser Gruppe sollen 38 Feuerwehrmänner gehören. 25 Menschen mussten vor dem Einsturz wegen Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Das Feuer war in den Morgenstunden ausgebrochen. Die Polizei sperrte Straßen rund um das Hochhaus ab. Das Militär schickte Einheiten zur Unterstützung der Feuerwehrleute. Nahe dem Unglücksort befinden sich mehrere Botschaften. Die türkische Vertretung soll vorsichtshalber evakuiert worden sein.

Zur Zahl der Stockwerke gibt es unterschiedliche Angaben - sie reichen von 15 bis 17 Etagen. In dem Gebäude befinden sich unter anderem ein Einkaufszentrum sowie Schneiderwerkstätten.

Das sogenannte Plasco-Gebäude gehört zu den ersten Hochhäusern des Landes. Es wurde in den Sechzigerjahren erbaut. Bauherr war der iranisch-jüdische Geschäftsmann Habib Elghanian, der das Gebäude nach seiner Firma für Kunststoffprodukte benannte. Als es erbaut wurde, war es das höchste der Stadt. Elghanian wurde in den Monaten nach der Revolution 1979 unter anderem wegen Spionage angeklagt und hingerichtet.

ulz/AP/AFP/dpa



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