Unwetter in den USA Mehr als 20 Menschen kommen bei Überschwemmungen in Tennessee um

Nach den tödlichen Überflutungen laufen in Tennessee die Aufräumarbeiten. Viele Menschen werden noch vermisst. Vergleichsweise gering waren bislang die Auswirkungen von Tropensturm »Henri« an der Ostküste.
Flutschäden: Waverly in Tennessee leidet unter den Folgen starker Regenfälle

Flutschäden: Waverly in Tennessee leidet unter den Folgen starker Regenfälle

Foto: Josie Norris / AP

Überschwemmungen durch starke Regenfälle in Tennessee, Tropensturm »Henri« an der Ostküste der USA: Mehrere Bundesstaaten der USA kämpfen mit den Folgen heftiger Unwetter.

Die Behörden in Tennessee korrigierten am Sonntag die Opferzahl auf mindestens 21 Tote nach oben. Zahlreiche weitere Personen werden noch vermisst. Die Nachrichtenagentur AP berichtet von Dutzenden, die Tageszeitung »The Tennessean«  unter Berufung auf Sheriff Chris Davis aus Humphreys County, einem Landkreis rund hundert Kilometer westlich von Nashville, von rund 20. Viele der Vermissten hätten in den Vierteln gelebt, in denen das Wasser am schnellsten stieg, sagte Davis der AP zufolge.

Fernsehbilder hatten Aufräumarbeiten und große Schäden gezeigt, unter anderem davongespülte Autos und weggeschwemmte Häuser. Die Niederschlagsmengen hätten Rekordwerte für den Bundesstaat erreicht, hieß es weiter.

»Henri« verursacht Stromausfälle

Der Tropensturm »Henri« verlief am Sonntag dagegen entlang der Nordostküste der USA trotz heftiger Regenfälle glimpflicher als befürchtet. Laut Hurrikanzentrum NHC hatte die Geschwindigkeit deutlich abgenommen, der Sturm bringe aber immer noch heftige Regenfälle und mögliche Überflutungen mit, hieß es weiter.

Henri war am Sonntagmittag (Ortszeit) nahe der Stadt Westerly im Bundesstaat Rhode Island auf die Küste getroffen und habe dabei Geschwindigkeiten von rund 95 Kilometer pro Stunde erreicht. Laut der Website »poweroutage.us« waren am Nachmittag rund 115.000 Haushalte zumindest kurzfristig ohne Strom, am späten Abend hatte sich diese Zahl bereits wieder halbiert.

US-Präsident Joe Biden rief am Sonntagnachmittag (Ortszeit) die Bürger trotz der sich abschwächenden Winde zur Vorsicht auf. »Wir nehmen den Sturm wegen seiner Größe, seiner Sturmfluten und wegen der Regenfälle, die er auslöst, sehr ernst«, sagte er.

Biden bietet Betroffenen »jede Unterstützung an«

Den Betroffenen des Sturms in Tennessee drückte Biden sein Beileid aus. Er habe sein Team angewiesen, dem Gouverneur des Bundesstaates die Hilfe des Bundes zuzusagen. »Wir bieten jede Unterstützung an, die sie in diesem furchtbaren Augenblick benötigen«, sagte Biden. Der republikanische Senator Bill Hagerty hatte daraufhin erklärt, dieses Hilfsangebot annehmen zu wollen.

»Henri« war am Sonntagmorgen (Ortszeit) zu einem Tropensturm heruntergestuft worden. Betroffen von Sturmfluten könnten die vor der US-Metropole New York liegende Insel Long Island sowie Teile von Massachusetts, Rhode Island und Connecticut sein, hatte es geheißen. Warnungen vor Überschwemmungen waren in verschiedenen Dringlichkeitsstufen für mehr als 35 Millionen Menschen ausgerufen worden.

Schon in der Nacht zum Sonntag hatten erste Regenausläufer von »Henri« den Bundesstaat New York und andere US-Staaten im Nordosten erreicht. In New York City musste wegen eines schweren Gewitters ein Großkonzert zum erhofften Ende der Coronapandemie im Central Park mit Dutzenden Stars abgebrochen werden. Die Stadt blieb am Sonntag aber trotz heftiger Regenfälle von schlimmeren Schäden verschont.

bbr/dpa/AP