Terror-Opfer Versicherungsbetrug mit zu hoher Vermisstenzahl?

Nach offiziellen Angaben sind etwa 4800 Menschen bei den Terroranschlägen in New York ums Leben gekommen. Inzwischen gibt es Zweifel an der Zahl. Möglicherweise wurden, um Kapital aus dem Unglück zu schlagen, bei den Behörden mehr Vermisste angegeben, als es tatsächlich gibt.

New York - Die offizielle Angabe über Vermisste sowie über bereits identifizierte Tote lag am Mittwoch bei insgesamt 4764. Doch nach einem Bericht der "New York Times" sind viel weniger Menschen umgekommen, als bisher von den Behörden angegeben wird.

Die tatsächliche Zahl könne um etwa 1800 unter der bislang noch als offiziell geltenden Opferbilanz liegen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf umfangreiche eigene Recherchen.

Die Stadtverwaltung hatte die Todeszahlen nach dem Einsturz der Wolkenkratzer-Türme am 11. September selbst immer wieder nach unten korrigiert. Die Behörden waren noch unmittelbar nach den Selbstmordanschlägen mit zwei entführten Flugzeugen von etwa 6700 Toten ausgegangen. Nun liegt die Zahl bei 4764.

Demgegenüber nennt die "New York Times" die Zahl von "etwa" 2950. Das Blatt beruft sich auf umfangreiche eigene Auswertungen einer Vielzahl von Quellen. Dazu gehörten die Vermisstenlisten aller Firmen, die im World Trade Center tätig waren.

Die Zeitung nennt nicht ausdrücklich Gründe für die hohe Diskrepanz zwischen der von ihr ermittelten und der offiziellen Zahl. Die "New York Times" schreibt aber: "Die Polizei sagt, niemand solle sie unterschätzen. Traditionelle Polizeiarbeit werde es ihr eines Tages erlauben, zu einer akkuraten Zahl zu gelangen." Dazu gehöre es, "Detektive loszuschicken, die jeden Fehler oder sogar Betrug ausmerzen". Daraus lässt sich schließen, dass bei den Behörden mehr Vermisste angegeben wurden, als es tatsächlich gibt - möglicherweise um in den Segen von Entschädigungsgeldern zu kommen.

Erste Fälle von versuchtem Betrug

Die "Neue Züricher Zeitung" hatte bereits vergangene Woche gemeldet, dass offenbar schon versucht wurde, die Zahlung von Entschädigungsgeldern zu missbrauchen. In mehreren Fällen hätten Menschen, die gar nicht von den Terroranschlägen betroffen sind, staatliche Finanzhilfe beantragt.

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