Terror Sprengstoffanschlag auf Korsika

Korsika ist Ziel eines Attentats geworden. Unbekannte haben einen Sprengstoffanschlag auf ein Regierungsgebäude auf der Insel verübt. Verletzt wurde offenbar niemand.


Ajaccio - Unbekannte hätten eine Rakete auf das Gebäude der Präfektur in der Stadt Ajaccio abgefeuert, sagte ein Polizeisprecher. Bei der Explosion sei beträchtlicher Sachschaden entstanden. Mehrere Fensterscheiben seien zu Bruch gegangen, ein Büro sei verwüstet worden. Zum Zeitpunkt des Raketeneinschlags seien Menschen in dem Haus gewesen, allerdings seien sie unversehrt davongekommen. In der Nähe des Regierungsgebäudes wurde ein Raketenwerfer gefunden.

Korsika hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Anschläge von kriminellen Banden oder Separatisten erlebt. Ob das Attentat in Verbindung mit dem heftigen Streit um die von korsischen Gewerkschaften bekämpfte Privatisierung der Fähr-Reederei SNCM stand, war zunächst offen. Am Mittwoch hatte eine Spezialeinheit der Gendarmerie die Entführung des Fährschiffs "Pascal Paoli" durch streikende korsische Seeleute in Marseille beendet. Vier Streikende wurden wegen Entführung eines Schiffes und Freiheitsberaubung in Gewahrsam genommen. Ihnen drohen bis zu 20 Jahre Haft.

In Bastia áuf Korsika wurde aus Protest gegen die Erstürmung der "Pascal Paoli" das Seeschifffahrts-Büro in Brand gesetzt. Heimkehrende Besatzungsmitglieder wurden von korsischen Separatisten gefeiert. Der Schiffsverkehr zwischen Korsika und dem französischen Festland kam völlig zum Erliegen.



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