Terror-Verdacht Rizin-Spuren in Pariser Bahnhof entdeckt

Nach dem Angriff auf den Irak warnen die Behörden der westlichen Welt vor einer erhöhten Terrorgefahr. Im Pariser Bahnhof "Gare de Lyon" wurden Spuren des hochgiftigen Stoffes Rizin gefunden. Ob der Fund mit einem terroristischen Anschlag in Zusammenhang steht, ist unklar.


Pariser Bahnhof Gare de Lyon: Giftfund im Schließfach
AP

Pariser Bahnhof Gare de Lyon: Giftfund im Schließfach

Paris - Bereits am Montag waren fünf Flaschen in einem Schließfach im Gare de Lyon entdeckt worden. Der Pariser Bahnhof verbindet die Hauptstadt mit dem Süden des Landes. Die Untersuchung der Flaschen ergab, dass in zweien das Gift Rizin enthalten war. Dies wurde vom französischen Innenministerium bestätigt. In ein oder zwei weiteren Flaschen habe sich weißes Pulver befunden, hieß es.

Es handelt sich demnach um den ersten Fund des möglichen Biokampfstoffes Rizin in Frankreich. Anfang Januar hatte die britische Anti-Terror-Polizei in London geringe Mengen der Chemikalie sichergestellt und sieben Männer festgenommen. Sie wurden verdächtigt, Verbindung zu Osama Bin Ladens Terrornetz al-Qaida zu haben. Aus den französischen Ermittlungsbehörden verlautete, dass der Fund in Paris möglicherweise in Zusammenhang mit der Londoner Gruppe stehe.

Gerüchte in Paris brachten die islamistische Terrorgruppe Ansar-e Islam ins Spiel. Die Organisation beherrscht ein paar Dörfer im Nordosten des Irak an der Grenze zum Iran. Sie wird verdächtigt, Kontakte zu al-Qaida zu haben und Rizin herzustellen.

Mullah Krekar, einer der Anführer der Gruppierung, wurde am Donnerstagabend in Oslo festgenommen. Krekar lebt dort im Exil. Ihm wird von den norwegischen Behörden vorgeworfen, im Herrschaftsgebiet von Ansar-e Islam im Dezember 2001 neun Geiseln genommen zu haben.



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