Terroranschläge auf Bali Australien vermutet al-Qaida im Hintergrund

Die schlimmsten Bombenanschläge in der Geschichte Indonesiens haben auf der Ferieninsel Bali mehr als 180 Menschen in den Tod gerissen, darunter eine Deutsche. Die australische Regierung vermutet einen Anschlag des Terrornetzwerks al-Qaida.


Ground Zero von Bali: Der Kuta Beach Club in der Nacht des Anschlags
REUTERS

Ground Zero von Bali: Der Kuta Beach Club in der Nacht des Anschlags

Kuta - Nach den Worten der indonesischen Präsidentin Megawati Sukarnoputri starben wahrscheinlich 187 Menschen, 332 wurden verletzt. Bei den meisten Toten handelt es sich um Australier und andere westliche Touristen, darunter eine Deutsche, die auf Bali gelebt hat. Unter den Vermissten sind mindestens zehn Deutsche.

Kurz nach 23 Uhr Ortszeit waren am Samstag in dem beliebten Urlaubsort Kuta Sprengsätze vor zwei gut besuchten Discotheken explodiert. Zumindest eine der Bomben war in einem Auto versteckt, das vor einem der Clubs geparkt war. Bundesaußenminister Joschka Fischer und andere westliche Regierungen zeigten sich bestürzt über die Attentate.

Die deutsche Frau, die bei den Anschlägen starb, habe auf Bali gelebt, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Sonntagabend in Berlin. Zudem würden 10 weitere Deutsche vermisst. Es müsse davon ausgegangen werden, dass noch mehr Deutsche unter den Todesopfern sind. Bundesaußenminister Fischer sprach den Opfern und ihren Familien sein Mitgefühl aus. "Ich bin erschüttert und schockiert über die schrecklichen Terroranschläge."

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind mindestens 8 Deutsche in Krankenhäuser gebracht worden. Darunter waren 6 Schwerverletzte, von denen 3 schon nach Australien ausgeflogen worden seien. Zwei Verletzte aus Deutschland seien schon aus den Kliniken entlassen worden.

Downer spricht von gezieltem Terroranschlag

Bild der Verwüstung: Eine riesige Explosion zerstörte den beliebten Nachtclub "Sari" vollständig
REUTERS

Bild der Verwüstung: Eine riesige Explosion zerstörte den beliebten Nachtclub "Sari" vollständig

Die australische Regierung sprach von einem gezielten Terroranschlag gegen westliche Urlauber. Die Drahtzieher hätten möglicherweise Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida, sagte Außenminister Alexander Downer. Hinter den Anschlägen könnte die militante indonesische Moslemorganisation Jemaah Islamiah stecken.

Augenzeugen berichteten von völligem Chaos nach den Anschlägen in Kuta, einem Stadtteil von Balis Hauptstadt Denpasar. Die Detonation habe ein mehr als fünf Meter großes Loch in die Straße gerissen, rundherum hätten Leichen und Körperteile gelegen. An vielen Gebäuden entstand erheblicher Schaden, dutzende Fenster zersprangen. Rund 20 Autos gingen in Flammen auf. In einem benachbarten Geschäftshaus brach Feuer aus, das auf einen ganzen Straßenzug übergriff. Eine weitere Explosion ereignete sich vor dem US-Konsulat in der Stadt.

Sieben verletze Deutsche, eine Vermisste

Leichenhalle: Vor dem Sanglah General Hospital sind Opfer des Anschlags aufgebahrt
AFP

Leichenhalle: Vor dem Sanglah General Hospital sind Opfer des Anschlags aufgebahrt

Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin zufolge stammen fünf der verletzen Deutschen aus Rheinland-Pfalz, Bayern, Niedersachsen und zwei aus Mecklenburg-Vorpommern. Zwei weitere, die bereits aus der Klinik entlassen wurden, kämen aus Niedersachsen und Thüringen.

Nach Angaben des britischen Indonesien-Botschafters Richard Gozney wurde davon ausgegangen, dass unter den Toten mindestens zwei Briten sind. Nach Angaben schwedischer Diplomaten kamen zwei bis vier Schweden ums Leben. Unter den Verletzten sind nach Angaben der jeweiligen Regierungen mindestens 15 Briten, drei Schweden, sieben Dänen, vier Norweger und ein Grieche.

Vermisst wurden 15 Briten, ein Grieche und elf Mitglieder eines Rugby-Teams aus Hongkong. Nach den Anschlägen versuchten zahlreiche Urlauber, die Insel mit dem nächsten Flug zu verlassen. Viele waren junge Australier, die nichts als ein Surfbrett und eine Tasche Gepäck dabei hatten.

Megawati verspricht Aufklärung

Die indonesische Präsidentin Megawati versprach, dass die Behörden des südostasiatischen Inselstaats hart daran arbeiten würden, die Täter zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Der indonesische Sicherheitsminister Bambang Susilo Yudhoyono sagte: "Terroristen sind unter uns, und jetzt direkt vor unseren Augen." Megawati sprach von einem "schändlichen Anschlag".

Augenzeugen berichteten von völligem Chaos nach den Anschlägen in Kuta, einem Stadtteil von Balis Hauptstadt Denpasar. Die Detonation habe ein mehr als fünf Meter großes Loch in die Straße gerissen, rundherum hätten Leichen und Körperteile gelegen. An vielen Gebäuden entstand erheblicher Schaden. Rund 20 Autos gingen in Flammen auf. In einem benachbarten Geschäftshaus brach Feuer aus, das auf einen ganzen Straßenzug übergriff. Eine weitere Explosion ereignete sich vor dem US-Konsulat in der Stadt.



Die indonesische Präsidentin Megawati versprach, dass die Behörden des südostasiatischen Inselstaats hart daran arbeiten würden, die Täter zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Der indonesische Sicherheitsminister Bambang Susilo Yudhoyono sagte: "Terroristen sind unter uns, und jetzt direkt vor unseren Augen."

US-Präsident George W. Bush verurteilte den Terroranschlag scharf. "Die Welt muss die globale Terror-Bedrohung konfrontieren", hieß es in einer vom Weißen Haus veröffentlichten Stellungnahme. Die US- Regierung sprach von einem "verabscheuungswürdigen Terrorakt". Washington habe Indonesien jede erforderliche Hilfe angeboten, um die Hintermänner des Anschlags zur Rechenschaft zu ziehen.

Der britische Premierminister Tony Blair zeigte sich "entsetzt". Ein Sprecher Blairs sagte: "Er verurteilt diesen schändlichen terroristischen Akt zutiefst." Auch das französische Außenministerium verurteilte die "abscheuliche" Anschläge.

Warnungen vor Aufenthalt in Indonesien

Die britische Regierung warnte ihre Bürger vor Reisen nach Indonesien. Die US-Botschaft in Jakarta legte Amerikanern nahe, das Land entweder zu verlassen oder sich nur unauffällig zu bewegen. Das Auswärtige Amt riet in Absprache mit den EU-Partnerländern von Aufenthalten auf der indonesischen Ferieninsel ab. Folgeanschläge seien nicht auszuschließen, sagte ein Sprecher in Berlin. Das Ministerium richtete einen Krisenstab und ein Info-Telefon (01888- 171000) ein. Informationen über die Opfer sind auch über die private Suchhotline (01805-684375112/ www.suchhotline.de) zu erhalten.

Vor den Explosionen auf Bali war am Samstagabend bereits eine Bombe vor dem philippinischen Konsulat in Manado, der Hauptstadt der Provinz Nord-Sulawesi, detoniert. Erst im September war die US- Botschaft in der indonesischen Hauptstadt Jakarta nach Hinweisen auf mögliche geplante Terroranschläge geschlossen worden. Die Regierung in Jakarta war in den vergangenen Monaten wiederholt kritisiert worden, sie unternehme zu wenig gegen den Terrorismus. Indonesien ist nach der Bevölkerungszahl das größte moslemische Land der Erde.

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