Terroranschlag in Mekka vereitelt Saudis glauben an Qaida-Plan

Saudiarabische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben einen Anschlag in Mekka verhindert. Die Polizisten sollen bei Razzien zwei mutmaßliche Terroristen erschossen und zahlreiche Waffen, Bomben sowie Flugblätter mit dem Konterfei von Qaida-Chef Osama Bin Laden sichergestellt haben.


Große Moschee, heilige Stadt Mekka: Ziel des Terror-Netzwerks al-Qaida?
DPA

Große Moschee, heilige Stadt Mekka: Ziel des Terror-Netzwerks al-Qaida?

Riad - Die Polizisten hatten die Verstecke seit gestern beobachtet und sie am frühen Morgen umstellt. Daraufhin seien sie mit automatischen Feuerwaffen und Handgranaten beschossen worden. Die mutmaßlichen Terroristen hätten dann versucht, in zwei Autos zu flüchten - einer der Wagen wurde von der Polizei getroffen, die Insassen starben, das zweite Fahrzeug entkam.

Es habe sich bei den Militanten offenkundig um Anhänger des Terrornetzwerkes al-Qaida gehandelt, sagte ein Beamter des Innenministeriums. Dies zeigten die im Wagen und in den Verstecken gefundenen Waffen und Flugblätter. Die Polizei geht deshalb davon aus, einen Terroranschlag in Mekka verhindert zu haben, wo derzeit der heilige Fastenmonat Ramadan begangen wird.

Wegen des Zwischenfalls wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Mekka insbesondere für die letzten zehn Tage des Ramadans verschärft. Zwei Millionen Muslime werden in dieser Zeitspanne in der Stadt erwartet. Die Legitimität der saudiarabischen Herrscher beruht zu einem Großteil auf der Sicherung und Verwaltung Mekkas, dem heiligsten Ort der islamische Welt.

Seit dem Anschlag vom 12. Mai in Riad, bei dem 35 Menschen umgebracht wurden, geht die Regierung verschärft gegen mutmaßliche islamische Extremisten vor: Bei Razzien wurden bislang gut 200 Verdächtige festgenommen und mehr als ein Dutzend Menschen getötet.



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