Terrorbekämpfung Rasterfahndung "blinder Aktionismus"

Die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gestartete Rasterfahndung hat sich als Flop erwiesen und zu keiner einzigen Terroristen-Spur geführt, berichtet das ARD-Magazin "Panorama" in der Sendung vom Donnerstag.

Hamburg/Berlin - Die von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) angeordnete Rasterfahndung im Kampf gegen den Terror ist nach Recherchen des ARD-Fernsehmagazins "Panorama" erfolglos geblieben. Sie habe keinen einzigen verborgenen Terroristen enttarnt, heißt es in dem Bericht vom Donnerstag. Die Gewerkschaft der Polizei habe die Rastefahndung daraufhin als nutzlose "Beruhigungspille" bezeichnet. Auch der Bund deutscher Kriminalbeamter sah darin nur einen "blinden Aktionismus".

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte Schily die umstrittene Rasterfahndung für Deutschland durchgesetzt. In das Raster fielen auch alle in Deutschland lebenden Moslems, die jünger als 40 Jahre sind und studieren. Laut «Panorama» kamen insgesamt 8,3 Millionen Datensätze zusammen, aus denen bundesweit fast 19 000 "Prüf-Fälle" wurden.

Nur in Hamburg wollten die Behörden den "Panorama"-Angaben zufolge in einem Fall etwas Handfestes gefunden haben und leiteten ein Ermittlungsverfahren ein. Dies sei aber wieder eingestellt worden. Alle anderen Bundesländer hätten am Ende der groß angelegten Rasterfahndung Ergebnis Null gemeldet.