Terrorermittlungen Kofferbomben - Spur nach Beirut

Stecken doch Terroristen hinter den Kofferbomben in Dortmund und Koblenz? In einem der Koffer sei neben dem Sprengsatz eine Tüte mit arabischer Schrift entdeckt worden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

München - Ersten Erkenntnissen zufolge stamme die Tüte aus der libanesischen Hauptstadt Beirut, heißt es in dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Deswegen gehe man der Spur nach, dass es sich um versuchte Terroranschläge gehandelt habe, schreibt das Blatt.

Den Fund der Tüte könne man aber auch anders deuten, nämlich als bewusst gelegte falsche Fährte. "Terroristen, die auf ihre Forderungen aufmerksam machen wollen, tun das normalerweise nicht nebenher, indem sie eine Plastiktüte liegen lassen, sondern setzen ein unmissverständliches Zeichen", schreibt das Blatt.

Nach Ansicht von Experten wäre von der Tüte nach einer Explosion wenig übrig geblieben. Und eine Detonation sei offenbar tatsächlich geplant gewesen. Die Zeitung zitiert Ermittler, denen zufolge die Sprengsätze vermutlich scharf und zündfähig gewesen seien. Sie seien nur deshalb nicht explodiert, weil sie zu viel Gas enthalten hätten.

Bei der Bundesanwaltschaft war am Abend zunächst niemand erreichbar. Laut "SZ" wollte sich die Behörde heute nicht zu den Erkenntnissen äußern. Die Zeitung zitierte aber nicht näher genannte Sicherheitskreise, die die Informationen bestätigt hätten.

Die beiden Sprengsätze waren am Montag in Dortmund und Koblenz aufgetaucht. Ein Koffer wurde in einem Regionalzug zwischen Aachen und Hamm gefunden und am Dortmunder Hauptbahnhof abgegeben. Das zweite, erst am Dienstag im Bahnhof von Koblenz geöffnete Gepäckstück, hatten Unbekannte im Regionalexpress zwischen Mönchengladbach und Koblenz abgestellt. Beide Koffer enthielten eine Gasflasche, Benzin, Zündvorrichtungen und Batterien. In einer der Kofferbomben wurde ein mit herkömmlicher Speisestärke gefüllter Kunststoffbeutel gefunden.

Bislang gehen die Fahnder davon aus, dass Erpresser oder Terroristen hinter den Kofferbomben stecken. Möglich sei auch, dass ein psychisch gestörter Einzeltäter die Gepäckstücke abgestellt habe.

ffr/AP/dpa