Terrorprozess Moussaoui bekennt sich schuldig

Zacarias Moussaoui hat sich in den USA zur Mitgliedschaft im Terrornetzwerk al-Qaida bekannt. Er sei ausgebildet worden, einen Jumbojet ins Weiße Haus zu fliegen, sagte der Franzose marokkanischer Abstammung vor Gericht. Der Anschlag sollte nach dem 11. September 2001 erfolgen.


Zacarias Moussaoui (2002): Angeklagt wegen Verschwörung
AP

Zacarias Moussaoui (2002): Angeklagt wegen Verschwörung

Washington - Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden habe ihn persönlich ausgewählt, um ein Flugzeug in das Weiße Haus zu fliegen, sagte Moussaoui. Er verstehe, dass er dafür zum Tode verurteilt werden könne. "Ich erwarte keine Milde", sagte der 36-Jährige am Freitag vor einem Gericht in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia.

Er sei aber nicht in die Pläne für die Angriffe vom 11. September 2001 involviert gewesen. "Das ist nicht meine Verschwörung", sagte Moussaoui. Sein Angriff hätte später stattfinden sollen. Richterin Leonie Brinkema akzeptierte das Schuldeingeständnis. Moussaoui war am Freitag im Gegensatz zu früheren Auftritten vor Gericht zurückhaltend und antwortete ruhig auf die Fragen der Richterin. Brinkema fragte ihn bei allen sechs Anklagepunkten: "Wie plädieren sie?" und Moussaoui erklärte jedes Mal: "Schuldig."

Das Gericht akzeptiere die Schuldeingeständnisse in den sechs Anklagepunkten, erklärte Richterin Brinkema. Sie fragte auch den einzigen Anwalt, mit dem Moussaoui in den vergangenen Wochen reden wollte, Alan Yamamoto, ob er zufrieden damit sei, dass dieser verstehe, was er tue. Yamamoto erklärte, die Anwälte seien da anderer Ansicht als Moussaoui. Aber dieser habe erklärt, dass er wisse, was er tue.

Nur Stunden zuvor hatten seine Anwälte seine Zurechnungsfähigkeit in Zweifel gezogen. Sie erklärten in einer Eingabe an der Gericht, ihr Mandant sei nicht in der Lage, ein Schuldeingeständnis für ein Verbrechen abzugeben, für das es die Todesstrafe gebe. Brinkema hatte selbst am Mittwoch mit Moussaoui gesprochen, um sich ein Bild von dessen geistiger Zurechnungsfähigkeit zu machen. Sie erklärte anschließend, sie halte ihn für prozessfähig und setzte die Anhörung für Freitag an.

Die US-Regierung wirft Moussaoui terroristische Verschwörung vor. Er soll als einer der Todespiloten des 11. Septembers vorgesehen gewesen sein, saß jedoch damals in Haft. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war Moussaoui in die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon eingeweiht. Bislang hatte er zwar eine al-Qaida-Mitgliedschaft und Verbindungen zu Osama bin Laden eingeräumt. Eine Verwicklung in die Verschwörung des 11. Septembers hatte er jedoch strikt zurückgewiesen.



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