Terrorprozess Mzoudi soll nach Freilassung abgeschoben werden

Nach seinem allgemein erwarteten Freispruch soll der angebliche Mitverschwörer im Zusammenhang mit dem Attentat vom 11. September, Abdelghani Mzoudi, schnell in seine Heimat abgeschoben werden. "Für Terroristen wie ihn ist kein Platz in Deutschland", sagt der Hamburger Innensenator Dirk Nockemann.

Auch Sicherheitsexperten der Bundesregierung plädieren dafür, den 31-jährigen Marokkaner umgehend auszuweisen, berichtet der SPIEGEL. Sie sind davon überzeugt, dass Mzoudi, der nach Einschätzung von Prozessbeobachtern am Donnerstag dieser Woche vom Hamburger Oberlandesgericht aus Mangel an Beweisen kaum noch verurteilt werden dürfte, zumindest zum Umfeld der Hamburger Terrortruppe gehörte.

Als wichtigstes Indiz dafür gilt ihnen, dass der Angeklagte im Jahr 2000 in einem Trainingslager der Qaida in Afghanistan gewesen sei. Mzoudi will - auch aus Sorge vor einer Verhaftung in Marokko oder gar einer Auslieferung an die USA - in der Hansestadt bleiben und sein Studium beenden. Da seine Aufenthaltsgenehmigung während der Untersuchungshaft ausgelaufen ist, hat er einen neuen Antrag gestellt. Den Plan, für ihn Asyl zu beantragen (SPIEGEL 51/2003), haben seine Anwälte offenbar aufgegeben.

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