Teure Scheidung Eine knappe Milliarde ist ihr nicht genug

Knapp eine Milliarde Dollar sprach ein US-Gericht Sue Ann Arnall nach der Scheidung von ihrem Mann Harold Hamm zu. Der Öl-Magnat stellte daraufhin einen Scheck über die Summe aus, doch den lehnte Arnall nun ab. Sie will mehr.

REUTERS

Oklahoma City - Wer eine Milliarde US-Dollar auf der Bank liegen hat, bekommt allein dafür eine Menge Geld. Selbst bei einem niedrigen Zinssatz von nur einem Prozent kämen brutto zehn Millionen Dollar pro Jahr hinzu, etwa 833.000 Dollar im Monat. Für viele Menschen klingt das unfassbar, wie ein Traum. Nicht so für die US-Amerikanerin Sue Ann Arnall: Ihr sind eine knappe Milliarde Dollar nach 24 Jahren Ehe zu wenig.

Arnall hatte sich im Jahr 2012 von ihrem Mann Harold Hamm scheiden lassen, einem Öl-Magnaten. Nach der Trennung entbrannte ein Streit um das Vermögen des Paares, das auf 17 Milliarden Dollar geschätzt wird. Im November sprach ein Gericht in Oklahoma der Frau dann eine Summe von 995,5 Millionen Dollar zu. Damit ist die Scheidung eine der teuersten, die je bekannt wurde.

Hamm stellte nach der Gerichtsentscheidung einen entsprechenden Scheck an seine Ex-Frau aus, doch die wies den Scheck zurück, wie die Sendergruppe CNCB berichtet. Über ihren Anwalt begründete Arnall ihre Entscheidung: Sie wolle "nicht riskieren, dass durch die Annahme des Geldes ihre Beschwerde zurückgewiesen wird". Arnall hatte vor Gericht die Hälfte des Vermögens des Paares gefordert und hält daran offenbar fest.

Harold Hamm hält als Firmenboss 68 Prozent der Aktien von Continental Resources, einer Ölfirma. Die Entscheidung des Richters erlaubte es ihm, seine Aktien zu behalten.

Das Paar hatte 1988 geheiratet. Jahrelang arbeitete Sue Ann Hamm bei Continental Resources. 2012 reichte sie die Scheidung ein und nahm wieder ihren Mädchennamen an. Während der Ehejahre stieg der Wert der Firma um das 400-fache. Zentrale Frage des Scheidungsverfahrens war, welchen Anteil Harold Hamm daran hatte. Denn in Oklahoma ist Vermögen, das durch die Bemühungen oder Fähigkeiten eines Ehepartners angehäuft wurde, bei einer Scheidung gleichmäßig zu verteilen.

Die Anwälte des Öl-Magnaten hatten vor Gericht argumentiert, die Wertsteigerung sei vor allem durch externe Faktoren begründet, etwa den steigenden Ölpreis, neue Technologien und die Arbeit anderer Manager. Die Anwälte der Frau hielten dagegen, Harold Hamms clevere Entscheidungen hätten die Firma nach vorn gebracht.

jbe

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insgesamt 80 Beiträge
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olddreamer 07.01.2015
1. pervers
einfach pervers!
whatmeworry 07.01.2015
2. Kein schlechter Stundenlohn!
Als nachträgliche Kompensation rund 450 Euro pro Stunde, rund um die Uhr, 24 Jahre lang. Da würden viele Frauen sicher nicht ablehnen!
herzblutdemokrat 07.01.2015
3. Typisch...
Die Frau kriegt anscheinend nicht den Hals voll. Drum prüfe wer sich ewig bindet.
thermo_pyle 07.01.2015
4. Wer den Hals nicht vollkriegen kann...
...würde Tränen lachen, wenn die Summe letztlich kleiner ausfallen würde. Mal ehrlich: Ist eine Summe von 1000 Millionen Dollar für einen Menschen nicht "genug" ? Überhaupt sollten alle Vermögen oberhalb einer bestimmten Summe der Allgemeinheit zu Gute kommen: Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder etc. würden von den Gewinnen übergrosser Firmen profitieren, anstatt dass diese Moloche noch grösser und Marktbestimmender würden...Wie wäre es mit Strom und Wasser für jedermann zum Nulltarif ?! ;-)
Ylioppilasjuhla 07.01.2015
5. Verkalkuliert
Der Wert der Aktien von Continental Resources ergeben sich auch aus den Ölpreisen. Der Kurs ist im letzten Jahr von 60 Euro auf 25 Euro gesackt. Durch ein geschicktes Börsenmanöver kann ihr ehemalige Ehemann die nun auch noch auf Penny-Stock-Niveau drücken. Nicht der Mann hat Beschwerde gegen das Urteil eingereicht, sondern die Frau. Nun kann er auf Zeit spielen. Sie hat ihm die Chance gegeben! Ich muss sagen, selten dämlich. Vor Gericht nimmt man, was man kriegen kann und ein guter Vergleich ist immer mehr Wert als ein Urteil, das nicht vollstreckbar ist.
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