Teure Tannen Weihnachten wird dieses Jahr nicht billig

Wer seine Gaben unter eine Nordmanntanne legen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als in den vergangenen Jahren: Um mindestens einen Euro je Meter sollen die Bäume teurer werden. Trotzdem beobachten Experten einen Trend zum Zweitbaum.

"Ganz viel Geld": Das sollte dieses auf jedem Weihnachts-Wunschzettel stehen. Denn das Fest zu Jesu Geburt wird teuer. Wegen der Mehrwertsteuererhöhung werden wahrscheinlich Geschenke, die es erst nächstes Jahr zum Geburtstag geben sollte, noch vor Jahreswechsel gekauft. Auch so manche Anschaffung, die einfach mal wieder dran ist, etwa ein neuer Toaster, wird wohl unter dem Weihnachtsbaum liegen - wenn es denn überhaupt ein grünes Gestrüpp mit Kugeln oder Lametta gibt. Weihnachtstannen sind dieses Jahr nämlich teurer als sonst.

Mit "mindestens einem Euro pro Meter" bezifferte Weihnachtsbaum-Produzent Ralf Gockel aus Bestwig die Preissteigerung. Das Angebot sei geringer und die Kosten seien gestiegen, begründen Gockel und andere Produzenten aus dem Sauerland die Preiserhöhung. In der Mittelgebirgsregion wird etwa jeder dritte der schätzungsweise 24 Millionen in Deutschland aufgestellten Christbäume geschlagen.

Eine Preissteigerung in ähnlicher Höhe bestätigt auch Hermann Heimhard, Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbäume im nordrhein-westfälischen Landesverband Gartenbau. Wegen des Spätfrosts in den vergangenen Jahren sei das Angebot an gut gewachsenen Bäumen verknappt. Netze, Töpfe und vor allem gestiegene Energiekosten seien weitere Ursachen für die Preiserhöhung.

Blaufichten sind weniger gefragt - und deswegen preiswerter

Allerdings werden nur Liebhaber des Klassikers, der Nordmanntanne, tiefer in die Tasche greifen müssen: Mit 12 bis 15 Euro je laufenden Meter muss man laut Weihnachtsbaum-Produzent Gockel rechnen. Blaufichten seien als Christbaum kaum noch gefragt und zwischen 8 und 12 Euro pro Meter zu haben. "Die Blaufichte verliert deutlich an Boden", sagte er. Die Nordmanntanne wächst nunmal schöner, die Nadeln stechen nicht und sie bleiben lange am Baum.

Der Großteil der hierzulande aufgestellten Nordmanntannen kommt laut Gockel zwar aus Dänemark, aber selbst das dürfte die Preiserhöhung nicht verhindern: "Da ist das Angebot in diesem Jahr knapper", sagte Gockel.

Trotz des geringen Angebots machen Gockel und Heimhard einen Trend zum Zweitbaum aus. "Anders kann man sich die Gesamtzahl von 24 Millionen in Deutschland nicht erklären", sagte Gockel. Bereits in der Adventszeit würden viele ihren Vorgarten oder die Terrasse mit einem Weihnachtsbaum schmücken.

Weniger deutsche Gänse: Auch Festtagsbraten wird teurer

Vielleicht überlegt sich das der eine oder andere Dekorationsfreudige ja noch einmal - wenn ihm der Festtagsbraten wichtiger ist. Denn auch der wird teurer. "Wir gehen von 50 Cent bis 70 Cent mehr pro Kilogramm aus", sagte Karl-Heinz Heller von einer Schlachterei Potsdam-Mittelmark. Wegen der Vogelgrippe werde es laut Heller in Brandenburg und auch bundesweit schätzungsweise 20 Prozent weniger Mastgänse geben. "Das Angebot der deutschen frischen Gans wird knapp", sagte auch Thomas Janning, Geschäftsführer des Zentralverbandes Deutsche Geflügelwirtschaft.

Wenn die Besorgungen kurz vorm Fest so teuer werden, ist es vielleicht wirklich schlau, schon jetzt Geschenke zu besorgen, Stressminimierung inbegriffen. Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf eine Forsa-Umfrage berichtet, hat bereits jeder fünfte Weihnachtsgeschenke gekauft. Vielleicht war ja auch Geld dabei.

fba/AFP/dpa

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