Norderstedt Thor-Steinar-Laden eröffnet - und muss gleich wieder schließen

Die Bekleidungsmarke Thor Steinar ist bei Neonazis äußerst beliebt. In Schleswig-Holstein wurde nun ein Laden kurz nach der Eröffnung wieder geschlossen. An linken Protesten lag das jedoch nicht.
Ein Teilnehmer eines Neonazi-Aufmarsches mit Thor-Steinar-Pullover (Archiv)

Ein Teilnehmer eines Neonazi-Aufmarsches mit Thor-Steinar-Pullover (Archiv)

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance /

Die Stadt Norderstedt im Norden von Hamburg hat einen umstrittenen Bekleidungsladen vom Ordnungsamt schließen lassen - nur knapp zwei Stunden nach der Neueröffnung am Freitagmorgen. Das berichten mehrere lokale Medien, darunter der NDR  und das "Hamburger Abendblatt". 

Der Laden verkaufte demnach Klamotten der Marke Thor Steinar. Die Kleidung ist bei Neonazis äußerst beliebt. Die lokalen Medien berichteten, die Unterlagen für die Geschäftsanmeldung erfüllten die Bestimmungen nicht. Laut "Abendblatt" geht es um Baurecht, der NDR zitierte einen Polizisten, der nutzungsrechtliche und gewerberechtliche Bestimmungen anführte.

Der Betreiber schrieb über seine Facebook-Seite, es handele sich um "behördliche Willkür". Auf Details wollten sie aber in ihrem Statement nicht eingehen.

Verfassungsschutz sieht "identitätsstiftendes Erkennungszeichen"

Etwa 25 Menschen hatten zur Eröffnung vor dem Laden in der schleswig-holsteinischen Stadt demonstriert, berichtete der NDR. Auch die Polizei sei vor Ort gewesen, es sei aber ruhig geblieben.

Ein Sprecher der Stadt sagte dem "Abendblatt", Norderstedt "als weltoffene Kommune" werde "mit allen rechtstaatlichen und juristischen Mitteln dagegen angehen, dass im Stadtgebiet ein Treffpunkt für Menschen mit rechtsradikalen Ansichten entsteht". Die Stadt werde sicherstellen, dass das Geschäft geschlossen bleibe.

Die Bekleidungsmarke aus dem brandenburgischen Mittenwalde dient Rechtsextremen laut Brandenburgs Verfassungsschutz als "identitätsstiftendes Erkennungszeichen".

sun