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Schmalkalden: Riesiges Erdloch tut sich in Wohngebiet auf

Foto: Michael Reichel/ dpa

Thüringen Riesiger Krater klafft in Wohngebiet

Es ist eine Fläche so groß wie ein Schwimmbecken: Im thüringischen Schmalkalden hat sich mitten in einem Wohngebiet ein riesiges Erdloch aufgetan. Ein Wagen stürzte in den Krater, die Bewohner der anliegenden Häuser wurden in Sicherheit gebracht.

Schmalkalden/Suhl - Ein fast 40 mal 15 Meter großer Krater hat sich mitten in einem Wohngebiet im thüringischen Schmalkalden gebildet. Nach Angaben eines Polizeisprechers sackte die Erde in der Nacht gegen 3.00 Uhr plötzlich ab. Ein Anwohner habe Geräusche gehört und die Polizei alarmiert.

Ersten Schätzungen der Polizei zufolge ist der Krater 20 bis 25 Meter tief. Mindestens ein Auto stürzte in das Erdloch. Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand. 23 Menschen aus fünf umliegenden Gebäuden mussten ihre Wohnungen verlassen. Weitere Evakuierungen sollen nach Angaben des Polizeisprechers folgen.

An mehreren Häusern zeigten sich laut dem Polizeisprecher Risse in der Fassade. Fünf Garagen am Rand des Kraters drohten abzurutschen. Das Gebiet im Umkreis von rund 500 Metern rund um das Erdloch wurde abgesperrt. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Bürgermeister Thomas Kaminski sagte MDR 1 Radio Thüringen: "Das übersteigt jede Vorstellung."

Nach einem Stromausfall wegen des Erdfalls seien Gas und Wasser abgestellt worden. "Es ist aber keine größere Hektik entstanden. Die Leute sind den Umständen entsprechend recht ruhig", sagte eine Polizeisprecherin.

"Die Leute sind in Sicherheit und werden zum Teil vom Kriseninterventionsdienst betreut, zum Teil sind sie schon bei Angehörigen untergekommen", sagte Polizeisprecher Fred Jäger dem Fernsehsender n-tv.

Die Ursache für den Erdfall ist noch unklar. Ein Sprecher des Thüringer Umweltministeriums sagte, in der Gegend sei im Mittelalter Salz gewonnen worden. Allerdings könne man nach ersten Erkenntnissen ausschließen, dass der Krater ein Folgeschaden des Salzbergbaus sei. Für weitere Aussagen zur Ursache sei es aber noch zu früh.

Mit einem aus der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt angeforderten Hubschrauber wollen sich die Einsatzkräfte aus der Luft einen Überblick verschaffen. Zudem sollen Spezialisten des Landesbergamtes und Geologen die Unglücksstelle untersuchen. Laut Polizei ist nicht mit weiteren großen Einbrüchen zu rechnen. Allerdings gebe der Boden am Kraterrand immer noch nach. Zunächst hatte es geheißen, der Krater sei etwa 30 mal 30 Meter groß.

Um 15 Uhr wollen Stadtverwaltung und Feuerwehr bei einer Pressekonferenz weitere Details bekanntgeben.

han/dpa/dapd
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