Mutmaßlicher Schlangenbiss in Supermarkt "Abreißen oder begasen"

Eine 76-Jährige Frau aus Thüringen soll in einem Supermarkt von einer Schlange gebissen worden sein. Von dem Reptil fehlt jede Spur - und der Laden muss bis auf Weiteres dichtmachen.
Von Viktoria Degner
Obst und Gemüse (Symbolbild)

Obst und Gemüse (Symbolbild)

Foto: Jens Büttner/ picture alliance / Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Eine 76-jährige Frau im thüringischen Tiefenort soll in einem Supermarkt von einer Schlange gebissen worden sein. Seitdem ist das Tier Gesprächsthema in der 4000 Einwohner starken Gemeinde, obwohl nicht einmal klar ist, ob die Schlange überhaupt existiert. Gefunden hat sie nämlich noch niemand.

Laut einem Bericht der "Bild"  stand die 76-Jährige vor dem Obstregal des Supermarkts und griff gerade nach einer Orange, als sie plötzlich einen stechenden Schmerz am Bauch spürte. Zurück zu Hause habe sie zwei dunkle Punkte auf ihrer Haut entdeckt, auch der Schmerz sei heftiger geworden. Der Berichterstattung zufolge ging sie schließlich zum Arzt, als sich die Wunde entzündete. Dieser habe bestätigt, dass der Biss von einem Reptil stammen müsse.

Dem mutmaßlichen Opfer des Schlangenbisses gehe es den Umständen entsprechend gut, sagt Ralf Rubisch, Bürgermeister der Gemeinde Tiefenort. Wie das Tier an den Bauch der Frau gelangte, ist unklar. Auch um welche Art von Schlange es sich handelt, ist nicht bekannt. Das soll ein Bluttest der Rentnerin klären. Darüber hinaus soll die Lieferkette des Marktes rückverfolgt werden.

Supermarkt bleibt vorerst geschlossen

Der Vorfall ereignete sich vermutlich bereits Ende Februar. Informiert wurde Bürgermeister Rubisch jedoch erst am 2. März. "Für Bevölkerung und Kundschaft bestand immer noch Gefahr in Verzug", sagt der 57-Jährige. "Also haben wir beschlossen, den Supermarkt bis auf Weiteres zu schließen." Ärgerlich für die Anwohner, denn der Laden ist das einzige Lebensmittelgeschäft in unmittelbarer Nähe. Auf Anfrage wollten sich weder die Konzernzentrale noch die Marktleitung vor Ort äußern.

Die zuständigen Reptilien-Auffangstationen durchkämmten gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr die gesamten 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche, verlegten doppelseitiges Klebeband am Boden und stellten Wärmequellen in jeder Ecke auf. Nichts davon half bisher.

Supermarkt soll begast werden

"Wir hatten deshalb eigentlich nur zwei Möglichkeiten", sagt Uwe Ringelhan von der Reptilien-Auffangstation, "das Gebäude abzureißen oder zu begasen." Die Supermarkt-Leitung entschied sich für die zweite Option, um dem Tier den Garaus zu machen. Einem Tier, von dem man nicht einmal weiß, ob es überhaupt noch im Supermarkt herumkriecht.

Vier bis fünf Tage soll es dauern, bis der Supermarkt wieder sicher ist. Das braucht Bürgermeister Ralf Rubisch schriftlich. Erst dann werde das Geschäft wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. "Vorher können wir kein Risiko eingehen."

vik
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