Immer mehr Tiere mit Menschennamen Minka ist out, Emma ganz vorn

Immer mehr Hunde und Katzen hören auf Menschennamen. Ein Trend, der offenbar nur neuer Ausdruck einer uralten Liebe ist. Und auf dem Spielplatz für Verwirrung sorgen könnte.

Luna und Leo, Bruno und Max: Tiernamen werden immer menschlicher
DPA

Luna und Leo, Bruno und Max: Tiernamen werden immer menschlicher


Die beliebtesten Hundenamen im Jahr 2018 stehen auch in der Gunst junger Eltern ganz oben: Wie das "Haustierregister Tasso" mitteilte, führen Luna, Bella und Emma die Rangliste bei den Hündinnen an.

Der populärste Name für männliche Welpen ist Balu/Balou - nach dem Bären aus dem Zeichentrickklassiker "Dschungelbuch". Immerhin ein Tiername, allerdings finden sich in den Top Ten der Rüden auch Bruno und Max. An Platz zwei und drei landen Buddy, also Kumpel, und Charlie/Charly.

Bei Katzen sind Lilly, Luna sowie Lucy am beliebtesten. Bei den Katern hat Leo den langjährigen Spitzenreiter Felix verdrängt.

Hintergrund der zunehmend menschelnden Namensgebung ist wohl, dass Haustiere inzwischen als vollwertige Familienmitglieder empfunden werden. Laut einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Tiho) bezeichnet fast die Hälfte der Tierbesitzer ihre Vierbeiner als Ersatz für den eigenen Nachwuchs. So mancher Tierarzt kennt den Spruch: "Das letzte Kind hat Fell."

"Die ursprünglichen Hauptfunktionen der Haustiere fallen weg", sagt Peter Kunzmann, Professor für Ethik in der Tiermedizin an der Tiho. So gehe es bei der Katze nicht mehr darum, Nager fernzuhalten. Hunde würden nur noch selten zum Schutz von Haus und Hof eingesetzt.

Minka und Mohrle sind out

Das Register Tasso erfasst insgesamt 9,3 Millionen Heimtiere. Im vergangenen Jahr wurden 312.500 Katzen und 390.200 Hunde neu angemeldet.

Der im hessischen Sulzbach ansässige Verein finanziert sich aus Spenden. Im Mittelpunkt stehe die Suche nach entlaufenen Tieren und ihre Rückvermittlung, sagt Sprecherin Laura Simon. Dass die Namensgebung der Mode unterliegt, beweist ein Blick in die Tasso-Listen aus der Zeit vor 1990. Beliebt bei den Hündinnen waren damals Susi, Lady, Anka, Trixi, Senta, Cindy, Cora, Tina, Asta und Jenny. Weibliche Katzen hießen oft Minka, Susi, Muschi, Mausi, Mohrle, Pussy, Tiger, Lisa, Micky oder Mieze.

Beim niedersächsischen Hunderegister, bei dem alle Hundehalter im Land ihre Vierbeiner anmelden müssen, sind die Namensangaben freiwillig. Dem Landwirtschaftsministerium in Hannover zufolge sind hier inzwischen rund 387.000 Hunde registriert. Unter den Namen finden sich fast die gleichen Favoriten wie in anderen Rankings: Max, Sam, Lucky, Rocky, Luna, Emma, Bella und Amy. Zudem haben die Niedersachsen eine besondere Vorliebe für Paul und Paula.

ala/dpa

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.