Tierschutz Peta stellt Holocaust-Kampagne vorerst ein
Stuttgart - Nach einer einstweiligen Verfügung musste die Tierrechtsorganisation Peta die Kampagne in Deutschland erst einmal einstellen. Der Zentralrat der Juden hatte dieses Verbot erwirkt und reichte am Montagnachmittag ebenfalls Strafanzeige gegen Peta wegen Volksverhetzung bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart ein. Die Plakate seien menschenverachtend und beleidigend für alle Opfer des Nazi-Terrors.
Harald Ullmann, 2. Vorsitzender der deutschen Peta-Sektion, erklärte, die Organisation werde gegen die Verfügung Rechtsmittel einlegen. "Wenn es um Leid und Schmerz geht, sind Tiere und Menschen gleich, weil beide den Schmerz gleich empfinden," betonte Ullmann.
Vergangenen Donnerstag sollten die ersten Plakate in Stuttgart aufgehängt werden - als Auftakt einer europaweiten Tournee. Doch dazu kam es nicht, weil eine Staatsanwältin Bedenken äußerte und mehrere Holocaust-Überlebende protestierten.
Die Kampagne ist umstritten, weil sie den Holocaust mit der Massentierhaltung vergleicht. So werden auf einem der acht Motive Bilder von Juden in Konzentrationslagern neben Fotos von eingepferchten Schweinen und Hühnern präsentiert.
In Zagreb, Wien, Prag, Warschau und Amsterdam werden die Bilder jedoch wie geplant gezeigt.