Tiger-Attacke Arzt nennt Roys Überleben "ein Wunder"

Der Partner des durch einen Tiger-Angriff schwer verletzten Roy Horn glaubt, dass der Dompteur "über den Berg" ist. Die Ärzte halten sich zurück. Sie können nicht sagen, ob Roy jemals wieder ganz gesund wird.



Las Vegas - Ein Neurochirurg, der den schwer verletzten Magier Roy Horn nach einer Tiger-Attacke behandelte, hat sein Überleben als "ein Wunder" bezeichnet. Der Tierbändiger habe sehr schwere Verletzungen erlitten, sagte der Arzt Derek Duke am Dienstag in Las Vegas.

Seine "außergewöhnliche Willenskraft" würden Horn bei der Genesung helfen, zitierte der amerikanische Sender CNN den Chirurg. Horns Sprecher Bernie Yuman erklärte, der Schwerverletzte wisse, dass er um sein Leben kämpfe. Vier Tage nach dem schweren Angriff durch die 270 Kilo schwere Raubkatze auf der Bühne des MGM Mirage Hotels und Casinos wurde Horns Zustand weiter als "kritisch" eingestuft.

Er wolle sich nicht dazu äußern, ob der Magier Hirnschäden oder Verletzungen an der Wirbelsäule erlitten habe, sagte Duke im Universitätskrankenhaus in Las Vegas. Horn reagiere auf die Behandlung und könne seine Füße und Hände bewegen. Es werde noch einige Zeit dauern, bis das volle Ausmaß der Verletzungen bekannt werde. Die in Las Vegas erscheinende Zeitung "Review Journal" schreibt, Roy Horn habe Lähmungserscheinungen in der linken Körperhälfte und Knochenabsplitterungen am Hals. Auch wisse derzeit noch niemand, wie sich die Schlaganfälle, die der Tierdompteur offenbar während der Notoperation erlitt, aufwirken werden.

Horns Partner Siegfried Fischbacher ist dennoch zuversichtlich. "Ich bin sicher, er wird ganz gesund werden. Er ist über den Berg", sagte er der "Bild"-Zeitung. Er habe die Hoffnung, dass das Erfolgs-Duo eines Tages wieder gemeinsam auf der Bühne stehen werde. "Was passiert ist, bedeutet nicht das Ende. Unsere Show wird weitergehen. Die Geschichte von Siegfried und Roy ist noch lange nicht zu Ende geschrieben", sagte er der Zeitung. Die beiden Deutschen stehen schon seit 35 Jahren gemeinsam in Las Vegas auf der Bühne.

"Als ich Roy heute besucht habe, hat er mich mit dem Victory-Zeichen begrüßt. Er ist der stärkste Mensch auf der ganzen Welt", sagte Fischbacher weiter. Auf den Tiger "Montecore" sei er nicht wütend. "Das Tier hat ja instinktiv gehandelt und war selbst völlig durcheinander, weil Roy stürzte." Auch Horn wünsche, dass dem Tiger niemand etwas antue.

Der aus Nordenham in Niedersachsen stammende Magier Horn war am Freitag an seinem 59. Geburtstag von dem Tiger angefallen worden. Die Ärzte machten sofort eine Notoperation. Am Samstag wurde er erneut operiert. Der Dompteur hatte vor der verhängnisvollen Attacke fast vier Jahrzehnte erfolgreich mit weißen Tigern gearbeitet.

Horn war von dem Tiger vor den Augen von rund 1500 Zuschauern angefallen worden. Der Tiger schnappte zunächst nach Horns Arm. Als der Dompteur dem Tier mit dem Mikrofon auf den Kopf schlug, um es abzuschütteln, biss es Horn in den Hals. Wie eine "Stoffpuppe" sei der Zirkus-Star hinter den Vorhang gezogen worden, berichteten Augenzeugen. Besucher Andrew Cushman, der in der ersten Reihe saß, hielt die Attacke für "einen Teil der Show".

Beim Mirage-Casino, wo Siegfried & Roy seit 1990 mit ihren Großkatzen über 5700 Auftritte hatten, trafen unterdessen Karten und Botschaften aus aller Welt ein. Einen Sprecher zufolge übermittelten Freunde und Fans, darunter Elizabeth Taylor, Mick Jagger, Michael Jackson und Arnold Schwarzenegger Genesungswünsche für den Patienten.