Tiger-Effekt Mehr Patienten wegen Sexsucht in Behandlung

Rob Lowe litt darunter, David Duchovny ließ sich behandeln, Tiger Woods gestand sie ein: die Sexsucht. Seit dem Affären-Geständnis des Golfstars verzeichnen britische Kliniken einen Ansturm neuer Patienten mit ebendiesem Leiden.

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London - Ein Gutes hat der Sexskandal des Golf-Champions anscheinend: Tiger Woods habe mit seinem Geständnis, seine Ehefrau wegen seiner Sexsucht betrogen zu haben, Leben gerettet, sagte Therapeut Steve Pope der BBC. Seit dem Affären-Geständnis von Golfer Tiger Woods verzeichnen britische Kliniken einen Ansturm von neuen Patienten, die sich wegen Sexsucht behandeln lassen wollen, berichtete der Sender am Montag.

Die Betroffenen seien wegen der Zwänge, denen sie durch die Krankheit ausgesetzt seien, häufig depressiv und selbstmordgefährdet, insofern habe ihnen Woods geholfen, so Pope weiter.

Allerdings gebe es in Großbritannien nur wenige Kliniken, in denen eine Therapie überhaupt möglich sei. Viele Therapeuten seien auf der Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten für die Behandlung, ergab eine Umfrage der BBC.

"Auf den Zug aufspringen"

Kritiker bezweifeln allerdings, ob Sexsucht überhaupt als Krankheit angesehen werden sollte. "Was auch immer Prominente haben - wir glauben plötzlich, wir müssten es auch haben", sagte Glen Wilson, Professor mit Spezialgebiet Sexualverhalten, der BBC. "Und natürlich wollen die Pharmaunternehmen auch auf den Zug aufspringen." Das Problem, ständig zwanghaft mit neuen Menschen Sex haben zu wollen, müsse erst noch genauer wissenschaftlich untersucht werden.

Woods hatte Ende 2009 gesagt, er sei sexsüchtig, und begab sich deswegen in psychologische Behandlung. Auch andere Prominente hatten sich in der Vergangenheit zur ihrer Sexsucht bekannt, darunter die Schauspieler David Duchovny und Rob Lowe. Sie ließen sich in Kliniken behandeln und haben das Leiden nach eigenen Angaben überwunden.

Nicht lange hielt es Jesse James, der Mann von Sandra Bullock, in der Therapie aus: Nach Informationen des Internetportals "Radaronline.com" verließ James, der die Oscar-Preisträgerin mit mehreren Frauen betrogen haben soll, die Sierra-Tucson-Klinik, nachdem seine Frau einen Anruf von ihm nicht annehmen wollte.

siu/dpa



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