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Neue Tigerpfade: Über den Wolken

Foto: Matt Slocum/ AP/dpa

Zoo in Philadelphia Catwalk für Tiger

Achtung, Tiger über dem Kopf: Im Zoo von Philadelphia haben die Raubkatzen Wiz und Dimitri einen ganz neuartigen Catwalk bekommen. Auf abgeschirmten Pfaden können sie sich jetzt auf dem Gelände bewegen - und auf die Besucher herabblicken.

Philadelphia - Ein Tiger, der bis zu 14 Meter über dem Boden thront: Der Anblick ist nicht nur für die Besucher des Zoos in Philadelphia noch ungewohnt. Auch das Tier hat einen ganz neuen Ausblick auf die Menschen, die sonst vor Scheiben stehen (und nicht selten auch dagegen klopfen) oder sich an Absperrungen vor tiefen Gräben oder Drahtzäunen versammeln. Nein, in Philadelphia blickt nun das majestätische Tier herab auf die Besucher - und wenn es genug hat, kann es einfach weitergehen.

330 Meter lang sind die neuen schlauchförmigen Käfige, die die bisherigen Tiger-Gehege dort nun erweitern. Grund für die Neuerung ist allerdings mitnichten der neue Blickwinkel, obwohl die Tigerpflegerin Kay Buffamonte sagt, die Tiere bekämen so eine neue "Machtposition". Mehr noch geht es den Zooverantwortlichen aber darum, das 42 Hektar große Gelände besser zu nutzen und den Tieren mehr Bewegungsmöglichkeiten bieten zu können.

"Wenn sie einmal in dem Käfig sind, rennen die Tiger gerne darin herum", sagt Zoo-Mitarbeiter Andy Baker. Die Tiere würden auf den engen Gitterstäben ganz schöne Geschwindigkeiten erreichen." Eigentlich soll der neue Tigerpfad erst am kommenden Samstag geöffnet werden, die beiden Tiger Wiz und Dimitri durften ihn vorab aber schon testen.

Die Besucher zumindest zeigten sich beeindruckt. "Erst dachte ich nur: 'Wow', aber dann fand ich es ziemlich cool", sagte ein sechsjähriger Junge der Nachrichtenagentur Reuters. 2,3 Millionen Dollar soll das Projekt der "New York Post" zufolge  gekostet haben, bezahlt wurde es demnach aus staatlichen Geldern und Spenden.

Auch in anderen Zoos werden diese höherliegenden Wege schon eingesetzt. In Philadelphia aber soll irgendwann das ganze Gebiet durch die abgeschirmten Pfade erschlossen werden. Die Raubkatzen-Schläuche sind schon die dritten dieser Art für den Zoo. Kleine Primaten und Orang-Utans können sich schon länger in einem anderen Pfadsystem bewegen.

Für die Besucher bleibt allerdings noch eine Frage offen: Was passiert eigentlich, wenn sich der Tiger erleichtern muss - und man steht drunter?

vks/Reuters
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