Unglücke in den Alpen Erneut Lawine in Österreich – mindestens ein weiterer Toter

In Tirol hat sich nach mehreren Lawinen am Freitag mit acht Toten erneut ein Unglück ereignet. Nach einer Person wird noch gesucht. Es gilt erhöhte Gefahrenstufe.
Bei einem Lawinenabgang in Tirol sind am Freitag nach Angaben der Polizei mehrere Menschen ums Leben gekommen: Nun kam es erneut zu einem Todesfall (Symbolbild)

Bei einem Lawinenabgang in Tirol sind am Freitag nach Angaben der Polizei mehrere Menschen ums Leben gekommen: Nun kam es erneut zu einem Todesfall (Symbolbild)

Foto: Unbekannt / dpa

Nach dem folgenschweren Lawinentag mit acht Toten am Freitag ist es am Samstag in Tirol zu einem weiteren Unglück gekommen. In Schmirn unterhalb der Gammerspitze sei mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, berichtete die Polizei. Nach einer Person werde noch gesucht. Insgesamt seien fünf Wintersportler verschüttet worden, drei von ihnen hätten lebend geborgen werden können.

Nähere Informationen über die Identitäten der Opfer sowie über den Unfallhergang konnte die Polizei zunächst nicht liefern.

Die Lawinensituation bleibt weiterhin kritisch, in ganz Tirol herrscht mit der Lawinenwarnstufe drei von fünf erhebliche Gefahr. Lawinen können schon von einzelnen Wintersportlerinnen und -sportlern ausgelöst werden, sagt Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol. Zwei Drittel aller Lawinenunfälle passierten bei dieser Gefahrenstufe, berichtet Mair der Deutschen Presse-Agentur: »Diese statistische Tatsache zeigt gerade auch die Gefährlichkeit dieser Lawinengefahrenstufe auf.«

Mehrere Tote bei bisher folgenschwerstem Lawinentag

Am Freitag waren vier Schweden und ihr österreichischer Bergführer zwischen 42 und 47 Jahren abseits der Pisten im Grenzgebiet zur Schweiz von einer Lawine mitgerissen worden und dabei umgekommen. Bei einem ähnlichen Unglück starb ein 43-Jähriger in Vorarlberg. Eine Frau (61) und ein Mann (60), die in Tirol von einer Skitour nicht zurückgekommen waren, wurden ebenfalls von einer Lawine verschüttet und am Samstag um kurz nach Mitternacht tot geborgen.

Die fünfköpfige schwedische Gruppe war zusammen mit dem einheimischen Bergführer im Skigebiet Ischgl/Samnaun auf dem Gebiet von Spiss abseits der Pisten unterwegs gewesen, als sich eine 400 Meter breite Lawine löste. Ein Schwede wurde nur zum Teil verschüttet und konnte per Handy einen Freund in seinem Heimatland verständigen. Der informierte ein Mitglied der Gruppe in Österreich, das an diesem Tag nicht mit auf Tour gegangen war und die örtliche Polizei alarmieren konnte. Der 42-Jährige mit dem Handy überlebte als Einziger – vier Opfer zwischen 43 und 47 Jahren sowie der Bergführer (42) kamen ums Leben.

Im Skigebiet Albona in Vorarlberg war eine vierköpfige Gruppe auch außerhalb der präparierten Pisten unterwegs, darunter ein staatlich geprüfter Snowboardführer. Die Gruppe wollte am Berg Knödelkopf vom Gipfel aus über freies Gelände in Richtung Albonabahn-Talstation abfahren. Beim Start des zweiten Skifahrers löste sich ein Schneebrett und riss ihn mit. Der 43-Jährige konnte zwar seinen Lawinenairbag aktivieren und wurde schnell gefunden und ausgegraben. Aber trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte er nicht mehr reanimiert werden.

Auch Deutsche betroffen

Auch deutsche Wintersportler gerieten am Freitag in Österreich in eine Lawine. Sie waren in einer siebenköpfigen Gruppe mit Dänen und Schweden zwischen 23 und 33 Jahren im Tiroler Ötztal unterwegs, wie die Polizei berichtete. Ein gewaltiges Schneebrett riss fünf Menschen mit. Sie hätten zum Teil ihre Lawinen-Airbags ausgelöst und seien schnell geortet, befreit und in ärztliche Behandlung gebracht worden. Eine Person wurde in die Klinik nach Murnau in Bayern transportiert, hieß es. Das Schneebrett verschüttete auf einer Breite von hundert Metern auch eine tieferliegende Skipiste. Der Lawinenkegel sei mehrmals abgesucht, aber niemand entdeckt worden.

dpa/sem
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