Tod eines Heimwerkers Polizist hielt Bohrmaschine für Maschinenpistole

In Rio de Janeiro hatte der Irrtum eines Polizisten tragische Folgen: Weil der Beamte einen mit Bohrmaschine auf seinem Balkon arbeitenden Heimwerker für einen Drogengangster mit Maschinenpistole hielt, gab er einen tödlichen Schuss auf den Mann ab.


Hamburg - Der Heimwerker arbeitete mit seiner Bohrmaschine auf seinem Balkon in einem dichtbesiedelten Gebiet der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro. Zur selben Zeit war dort eine Polizeistreife unterwegs, auf der Suche nach Drogenhändlern.

"Das wäre komisch, wenn sie dächten, dass ich mit einer Waffe hantieren würde", waren laut brasilianischen Zeitungsberichten die letzten Worte, die das Opfer an seine in der Wohnung stehende Frau richtete. Nur wenig später traf den Filialleiter eines Supermarktes tatsächlich eine Polizeikugel und durchbohrte seinen Arm und seine Lunge.

Der Polizist, der den Schuss abgab, muss sich nun wegen Totschlags verantworten. Die Behörden versprachen der Witwe des Mannes eine Entschädigung.

In Rio de Janeiro kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen bewaffneten Drogenbanden und Polizisten, dabei kommen jährlich hunderte Menschen ums Leben.

pad/AFP



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