Tödlicher Unfall von Total-Chef de Margerie Moskauer Flughafenchef tritt zurück

Der Moskauer Flughafen Wnukowo braucht neue Führungskräfte. Der Airportchef Andrej Djakow und sein Stellvertreter haben ihre Posten aufgegeben - als Reaktion auf den Tod von Total-Boss Christophe de Margerie.

Wrackteile am Flughafen Wnukowo: Flughafenleitung zieht Konsequenzen
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Wrackteile am Flughafen Wnukowo: Flughafenleitung zieht Konsequenzen


Moskau - Nach dem Tod von Total-Chef Christophe de Margerie bei einem Flugzeugunfall in Moskau sind der Flughafenchef Andrej Djakow und sein Stellvertreter Sergej Solnzew zurückgetreten. Ihr Rücktrittsgesuch sei angenommen worden, teilte der Airport Wnukowo mit. Zudem seien zwei Schichtleiter und der Chef der Rollfeldarbeiten suspendiert worden.

Die russische Ermittlungsbehörde hatte zuvor in dem Fall vier Flughafenmitarbeiter festgenommen. Einem Ingenieur, der für die Schneeräumarbeiten verantwortlich ist, einem Flugleiter und zwei Fluglotsen werde vorgeworfen, die Sicherheit nicht gewährleistet zu haben, teilte Behördensprecher Wladimir Markin mit. Dies habe zu der Tragödie geführt. Die vier Verdächtigen wurden demnach verhört.

Der Privat-Jet vom Typ Falcon 50 war am späten Montagabend bei Nebel mit einem fahrenden Schneepflug auf der Startbahn zusammengeprallt. Alle vier Insassen des Flugzeugs kamen ums Leben, darunter der Chef des französischen Ölkonzerns.

Für den Schneepflug-Fahrer beantragten die Ermittler Polizeigewahrsam, wie ein Moskauer Gericht mitteilte. Dem Mann wird vorgeworfen, unter Alkoholrausch auf die Startbahn gefahren zu sein. Sein Anwalt widerspricht den Ermittlern. Nun soll die Auswertung von Flugschreiber und Kamerabildern die Unfallursache klären.

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Christophe de Margerie: Trauer um "Big Moustache"

ulz/dpa

insgesamt 20 Beiträge
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cscholz 23.10.2014
1.
Mein Beileid den Familien der Verstorbenen, allen drei Familien. Ich frage mich jedoch, ob so eine Emsigkeit auch entwickelt worden waere, wenn Otto Normalverbraucher da ums Leben gekommen waere.
wauz 23.10.2014
2. Versagen des Systems
Menschen machen Fehler. Es kommt auch mal vor, dass Mitarbeiter betrunken sind, auch wenn sie es nicht sein sollten. (Ob das hier der Fall war, ist noch offen). Ein Flughafen muss aber seine Sicherheitsmechanismen so stricken, dass der Fehler eines Einzelnen nicht zum totalen Versagen des Systems führt. Das muss aber hier geschehen sein. Daher sind die Rücktritte und Suspendierungen richtig.
Loddarithmus 23.10.2014
3. Sie nutzen wohl jede Gelegenheit, ...
... Ihren Hass auf die Russen loszuwerden. Im Übrigen: Wenn Sie schon bis zu Iwan dem Schrecklichen zurückgehen - zählen Sie die Millionen toten Russen mit, die wir Deutschen zu verantworten haben?
uterallindenbaum 23.10.2014
4. kein Alkohol
Laut den letzten angaben von France Info soll der Schneepflug Fahrer nicht betrunken gewesen sein. Er kann aus geshundheitlichen gründen gar kein Alkoohol trinken.
Hermes75 23.10.2014
5.
Zitat von wauzMenschen machen Fehler. Es kommt auch mal vor, dass Mitarbeiter betrunken sind, auch wenn sie es nicht sein sollten. (Ob das hier der Fall war, ist noch offen). Ein Flughafen muss aber seine Sicherheitsmechanismen so stricken, dass der Fehler eines Einzelnen nicht zum totalen Versagen des Systems führt. Das muss aber hier geschehen sein. Daher sind die Rücktritte und Suspendierungen richtig.
Wenn der Unfall so abgelaufen ist wie beschrieben und tatsächlich nur ein "betrunkener" Mitarbeiter schuld war, dann hätten Sie natürlich recht. Die Geschwindigkeit mit der hier "Schuldige" benannt werden ist für meinen Geschmack aber bedenklich. Möglicherweise erhängt sich der Fahrer noch im Gefängnis und schreibt anschließend einen Abschiedsbrief...
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