Tod von Lady Diana Scotland Yard findet keine Beweise für Armee-Verschwörung

Noch immer kursieren Verschwörungstheorien zum Unfalltod von Lady Diana. Im August erhielt Scotland Yard Hinweise, die Spezialeinheit SAS habe ihre Finger im Spiel gehabt. Doch da ist wohl nichts dran.

DPA

London - Die Prüfung neuer Hinweise zum Tod von Lady Diana hat offenbar keine neuen Erkenntnisse erbracht. Britische Medien berichten, dass Scotland Yard keine Beweise dafür finden konnte, dass die Spezialeinheit SAS etwas mit dem Unfall in Paris zu tun hatte.

Im August hatte die Londoner Polizeibehörde erklärt, man habe bislang unbekannte Hinweise zu dem Unfall von 1997 erhalten, die nun geprüft würden. Am Dienstag will Scotland Yard die Ergebnisse offiziell bekanntgeben.

Die Ex-Frau des britischen Thronfolgers Prinz Charles, ihr Freund Dodi Al-Fayed sowie der Chauffeur Henri Paul waren am 31. August 1997 mit ihrem Mercedes gegen den Mittelpfeiler eines Pariser Straßentunnels gerast. Die beiden Männer starben am Unfallort, Diana kurz darauf im Krankenhaus. Eine offizielle Untersuchung war 2008 zu dem Schluss gekommen, dass Diana unter anderem starb, weil ihr Fahrer betrunken war und das Auto von Paparazzi verfolgt wurde.

Die 36-Jährige hinterließ ihre beiden Söhne Prinz William und Prinz Harry aus der 1981 geschlossenen Ehe mit Charles. Das Paar hatte sich 1992 getrennt und ließ sich vier Jahre später scheiden.

Britischen Medien zufolge waren die neuen Hinweise von den früheren Schwiegereltern eines Ex-Soldaten weitergegeben worden. Demnach erzählte er ihnen, dass die Spezialeinheit Special Air Service (SAS) Dianas Tod "arrangiert" und die wahren Hintergründe "vertuscht" habe. In seinem Bericht erklärt Scotland Yard nun laut BBC, man habe für die Untersuchung "Aussagen von mehreren Personen" erhalten. Man habe einen bisher nie dagewesenen Zugang zu SAS-Unterlagen erhalten.

Das Fazit: "Auch wenn es möglich ist, dass diese Aussagen zur Beteiligung der SAS getroffen wurden, gibt es keine glaubhaften Beweise, dass eine solche Theorie irgendeine Grundlage hat", zitiert die BBC.

Nach einem Bericht von Sky News schreiben die Ermittler zudem, es sei klar, "dass angesichts der außergewöhnlichen Aufmerksamkeit und der Spekulationen nach dem tödlichen Unfall und der folgenden gerichtlichen Untersuchung Menschen gibt, die aus welchem Grund auch immer versucht haben, Insiderwissen zu präsentieren oder eine Art von Ruhm oder Anerkennung zu suchen".

Der Anwalt von Mohammed Al-Fayed sagte dem Sender, Dodis Vater sei von dem Ergebnis "enttäuscht, aber nicht entmutigt". Der Geschäftsmann und Milliardär hatte von Anfang immer wieder seine Überzeugung bekundet, sein Sohn und Diana seien unter der Beteiligung des britischen Geheimdienstes und des Königshauses ermordet worden. "Herr Al-Fayed wird seinen Kampf fortsetzen, die Wahrheit über den Mord ans Licht zu bringen", sagte der Anwalt.

bim/dpa/Reuters/AFP



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