"Todes-Pastor" Geyer gestorben Er leugnete die Tat bis zum Schluss

Er ging als der "Todes-Pastor" in die deutsche Justiz- und Mediengeschichte ein: Jetzt ist Klaus Geyer, der in einem Indizien-Prozess für den Mord an seiner Frau verurteilt wurde, an Krebs gestorben.


"Todes-Pastor" Klaus Geyer: Verurteilt in einem Indizien-Prozess
REUTERS

"Todes-Pastor" Klaus Geyer: Verurteilt in einem Indizien-Prozess

Hannover - Geyer war erst im vergangenen November aus der Haft entlassen worden, nachdem er zwei Drittel seiner achtjährigen Strafe abgesessen hatte. Ein Gnadengesuch Geyers wegen der Krebserkrankung hatte der damalige Justizminister Pfeiffer angelehnt. "Es ging ihm zum Schluss sehr schlecht", sagte Geyers Anwalt Bertram Börner über die letzten Wochen des Geistlichen.

Geyer war 1998 in einem spektakulären Indizien-Prozess für den Mord an seiner Frau Veronika verurteilt werden. Er soll seine Frau wegen Eheproblemen erschlagen haben, die Geyers wechselnde Affären ausgelöst hatten. Der Pastor hatte die Tat bis zu seinem Tod geleugnet - dem Gericht war es allerdings auch nie gelungen, zwingende Beweise für die Schuld Geyers zu finden.

Das Urteil fußte unter anderem auf einem psychiatrischen Gutachten, dass davon ausging, dass Veronika Geyer ihren beruflich wenig erfolgreichen Mann verlassen wollte. Dadurch, so der Gutachter, habe sich der Pastor womöglich in die Ecke gedrängt gefühlt - und seine Frau in einer Affekthandlung erschlagen.



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