Todesstrafe US-Regierung lässt zweiten Häftling in zwei Tagen hinrichten

Mit einer Giftspritze wurde ein wegen Mordes verurteilter Schwarzer in den USA exekutiert. Es ist nicht die letzte Hinrichtung, die Donald Trump vor dem Ende seiner Amtszeit vollstrecken lassen will.

In den vergangenen 131 Jahren war es in den USA üblich, dass scheidende US-Präsidenten keine Hinrichtungen mehr vollstrecken ließen. Donald Trump hat mit dieser Praxis gebrochen und zum zweiten Mal in zwei Tagen einen verurteilten Mörder exekutieren lassen.

Der Afroamerikaner Alfred Bourgeois wurde am Freitagabend (Ortszeit) im Gefängnis in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana mit einer Giftspritze getötet, wie die Haftanstalt mitteilte. Er war im Jahr 2004 schuldig gesprochen worden, seine zweieinhalb Jahre alte Tochter umgebracht zu haben.

Der ehemalige Lkw-Fahrer hatte seine Tochter 2002 auf eine seiner Touren mitgenommen. Er misshandelte das Mädchen schwer und schlug ihr schließlich den Schädel an der Windschutzscheibe ein. Da das Verbrechen auf einer Militärbasis stattfand, wo Bourgeois eine Lieferung ausfuhr, wurde er vor einem Bundesgericht angeklagt und zum Tode verurteilt.

Erst am Donnerstag war der Afroamerikaner Brandon Bernard ebenfalls in der Haftanstalt von Terre Haute exekutiert worden, obwohl sich zahlreiche prominente Unterstützer dagegen ausgesprochen hatten. Bernard war als 18-jähriges Gangmitglied wegen Mordes festgenommen und danach von einer Jury zum Tode verurteilt worden war. Es ist die zehnte Todesstrafe, die in diesem Jahr auf US-Bundesebene vollstreckt wurde, unabhängig von der Vollstreckung von Todesstrafen in den US-Bundesstaaten. Zuvor war diese Praxis jahrelang ausgesetzt gewesen.

22 US-Bundesstaaten haben Todesstrafe abgeschafft

Bis zur Amtsübernahme des nächsten US-Präsidenten Joe Biden am 20. Januar will die US-Regierung nach Angaben des Death Penalty Information Centers (DPIC) noch drei weitere Todesurteile vollstrecken. Der künftige Präsident Biden – ein Demokrat – hat sich für die Abschaffung der Todesstrafe auf Bundesebene ausgesprochen. Der Republikaner Trump befürwortet die Todesstrafe.

Unter den drei weiteren Todeskandidaten, die bis zur Amtseinführung Bidens hingerichtet werden sollen, sind nach US-Medienberichten zwei Schwarze und eine weiße Frau. Sie wäre die erste Frau seit mehr als 60 Jahren, die auf Bundesebene hingerichtet würde. Ihre Exekution ist für den 12. Januar geplant.

Inzwischen haben 22 der 50 US-Bundesstaaten plus der Hauptstadtbezirk Washington die Todesstrafe abgeschafft. In drei weiteren Bundesstaaten gilt ein Moratorium, wonach die Todesstrafe zwar noch verhängt, aber nicht mehr vollstreckt werden kann.

lov/AFP/dpa
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