Tödliche Transplantation Zweiter Tollwut-Patient gestorben

Nach der Organspende einer Tollwut-infizierten Frau ist ein weiterer Patient gestorben. Der 70-jährige Mann sei wahrscheinlich ebenfalls der Tollwut erlegen, teilte das Nephrologische Zentrum Niedersachsen in Hannoversch Münden mit.


Hannoversch Münden - Der 70-Jährige hatte am 1. Januar eine Niere der Organspenderin erhalten, die sich vermutlich in Indien mit dem tödlichen Virus angesteckt hatte. Er hatte die Klinik am 25. Januar verlassen können, wurde aber am 11. Februar erneut aufgenommen. Schon am Wochenende hatte er mit dem Tod gerungen. Der Mann war nach Klinikangaben noch mit einer neuartigen Methode aus den USA behandelt worden. Alle Anstrengungen seien jedoch vergeblich gewesen, teilte die Klinik heute mit.

Bereits am Samstag war in Hannover die Empfängerin der Lunge gestorben. Der Zustand des in Marburg behandelten dritten Tollwutpatienten ist unverändert kritisch.

Insgesamt haben sechs Patienten infizierte Organe der mit Tollwut infizierten Spenderin erhalten. Den beiden Empfängern der Augenhornhäute in Mainz geht es nach Klinikangaben unverändert gut. Ihnen waren nach Bekanntwerden der Tollwutinfektion bei der Spenderin die eingepflanzten Hornhäute wieder entfernt und durch andere ersetzt worden. Wie eine Sprecherin des Mainzer Universitätsklinikums mitteilte, sind die explantierten Hornhäute untersucht worden und ohne Tollwutbefund. "Das ist ein sehr gutes Zeichen für die Patienten", sagte die Sprecherin. Auch der Heidelberger Transplantationspatient, dem die Leber der Spenderin eingesetzt worden war, zeigte weiter keine Tollwut-Symptome.

Die Krankheit gilt als tödlich, sobald sie einmal ausgebrochen ist. Zwischen den ersten Symptomen und dem Tod liegen nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts maximal sieben Tage. Vor dem Auftreten von Symptomen kann eine Impfung auch nach der Infektion noch schützen.



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