Zwischenfälle mit Viren US-Regierung schließt nach Pannenserie eigene Labore

Milzbrand-Erreger, mit Vogelgrippe verseuchte Proben und unerwartete Pocken-Funde: In den vergangenen Wochen sind gravierende Sicherheitsprobleme in Laboren der US-Regierung ans Licht gekommen. Nun zieht die Regierung Konsequenzen.
Milzbrand-Erreger: US-Wissenschaftler gingen mit dem hochgefährlichen Bakterium schlampig um

Milzbrand-Erreger: US-Wissenschaftler gingen mit dem hochgefährlichen Bakterium schlampig um

Foto: Reuters/ REUTERS

Washington - In den vergangenen Wochen hat eine Reihe von gefährlichen Zwischenfällen in Laboren der US-Gesundheitsbehörde CDC für Aufsehen gesorgt. Milzbrand-Erreger, Pocken- und Vogelgrippe-Viren waren an Orte gelangt, an denen sie nicht hätten sein dürfen. Nun hat die Regierung nach Angaben der "New York Times" erste Konsequenzen gezogen und die betroffenen Labore geschlossen.

Betroffen sind auch die Einrichtungen in Atlanta, in denen vor einem Monat schlampig mit dem hochgefährlichen Milzbrand-Erreger hantiert wurde. Das Virus ist eines der tödlichsten Krankheitserreger der Welt. Wissenschaftler hatten damals versucht, das lebende Bakterium in einem Hochsicherheitslabor abtöten. Dieses misslang jedoch. Dennoch brachten die Forscher Proben mit den lebenden Bakterien aus dem Hochsicherheitslabor in einen weniger geschützten Bereich, der nicht für den Umgang mit Milzbrand ausgestattet war. 75 Mitarbeiter wurden auf diese Weise einer lebensbedrohlichen Gefahr ausgesetzt. Den Angaben der CDC zufolge erkrankte glücklicherweise keiner der Mitarbeiter.

Auch in einem weiteren Labor der CDC war es nach Angaben der "New York Times" jüngst zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. Wie erst am Freitag bekannt wurde, wurde eine Probe eines relativ harmlosen Grippevirus mit dem hochgefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 kontaminiert. An dem Virus sind bereits Hunderte Menschen gestorben. Glücklicherweise habe ein Agrarforschungslabor bemerkt, dass der Virus deutlich aggressiver sei als erwartet, und habe die CDC informiert.

Ebenfalls am Freitag machte die CDC nach Angaben der Zeitung einen weiteren Zwischenfall publik: In einem Gesundheitslabor der US-Regierung wurden zwei Fläschchen mit lebenden Pocken-Viren gefunden. Diese hätten eigentlich tot sein sollen.

"Diese Vorfälle decken ein inakzeptables Verhalten auf", sagte der Direktor der CDC, Thomas Frieden, nach Angaben der Zeitung am Freitag. "So etwas hätte nie passieren dürfen. Ich bin traurig, ich bin wütend, ich kann nicht mehr schlafen - und ich werde solange an diesen Fällen arbeiten, bis sie restlos aufgeklärt sind."

Die Labore, in denen es die Vorfälle mit dem Milzbrand und der Vogelgrippe gegeben hat, sollen bis auf weiteres geschlossen bleiben. Erst nach der Etablierung neuer, besserer Sicherheitsvorkehrungen sollen sie wieder geöffnet werden.

jbe/Reuters/
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