Tödlicher Crash Staatsanwaltschaft fordert neuen Prozess zu Concorde-Katastrophe

113 Menschen starben, als am 25. Juli 2000 eine Concorde abstürzte - die meisten Opfer waren Deutsche: Die französische Staatsanwaltschaft hat jetzt neue Verhandlungen gegen die Fluglinie Continental und mutmaßliche Mitverantwortliche beantragt. Sie sollen sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.


Cergy - Fast acht Jahre nach dem Absturz einer Concorde bei Paris hat die französische Staatsanwaltschaft eine erneute Verhandlung gegen die US-Fluglinie Continental und vier mutmaßliche Mitverantwortliche beantragt. Die Airline, zwei ihrer damaligen Mitarbeiter sowie zwei damalige Mitarbeiter des Flugzeugherstellers EADS sollten sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten, forderte die zuständige Staatsanwaltschaft in Pontoise unweit der französischen Hauptstadt.

Bei dem Absturz in Gonesse nördlich von Paris am 25. Juli 2000 waren 113 Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern der Katastrophe handelte es sich überwiegend um Deutsche. Eine deutsche Reederei hatte den Flug nach New York gechartert.

Die Ermittlungen hatten als eine Unfallursache einen geplatzten Reifens des Überschallflugzeugs ergeben. Der Reifen wurde demnach durch ein Metallteil beschädigt, das eine Continental-Maschine zuvor auf der Startbahn verloren hatte.

Der Continental-Wartungstechniker John Taylor, der das verlorene Metallteil montiert hatte, sowie sein Vorgesetzter Stanley Ford sollen sich deshalb nach dem Willen der Staatsanwaltschaft vor Gericht verantworten. Auch der mittlerweile 77-jährige Henri Perrier, der von 1978 bis 1984 das Concorde-Programm bei EADS geleitet hatte, und der frühere Leiter des technischen Dienst des Unternehmens, Claude Frantzen, trifft nach Auffassung der Staatsanwaltschaft eine Mitschuld an der Katastrophe.

hen/AFP



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