Tödlicher Taifun "Chanchu" tobt über China

Der Wirbelsturm "Chanchu" ist mit zerstörerischer Wucht aufs chinesische Festland getroffen und hat mehrere Menschen in den Tod gerissen. Dutzende vietnamesische Fischer werden vermisst. Fast eine Million Menschen sind auf der Flucht.


Peking - Aus der Provinz Fujian wurden acht Todesopfer gemeldet. In der Provinz Guangdong wurden zwei Kinder unter den Trümmern eines zusammenstürzenden Hauses in begraben. Der Sturm hatte die südliche Provinz zwischen den Städten Shantou und Chaozhou am Morgen erreicht. Das Unwetter brachte orkanartige Winde mit bis zu 170 Stundenkilometern und heftige Regenfälle mit sich. Vielerorts registrierten die Rettungskräfte Erdrutsche und Überschwemmungen. In der Region um Shantou stehen die Häuser von mehr als 6400 Bewohnern unter Wasser. Etliche Soldaten sind im Einsatz, um die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Insgesamt sind offiziellen Angaben zufolge rund 900.000 Chinesen auf der Flucht vor dem Sturm. Allein in der südchinesischen Küstenprovinz Fujian wurden 578.000 Menschen an sichere Orte gebracht, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua. In Guangdong seien es 327.000 gewesen. Nach Angaben des Observatoriums in Hongkong sollte der Sturm in Richtung Norden in die Provinz Fujian weiterziehen.

In der Hafenmetropole Hongkong mussten Flüge gestrichen werden. Ausläufer erreichten auch Südtaiwan, wo ein Öltanker wegen hoher See auf Grund lief. 45 vietnamesische Fischer werden vermisst noch. Die Behörden gehen davon aus, dass ihre Boote im Sturm gesunken sind. 49 Kollegen wurden gerettet. Hoffnung auf weitere Überlebende gibt es kaum. Die Fischer wollten vor dem Sturm von der Südküste nach Norden fliehen. Nachdem der Sturm seine Richtung geändert habe, seien sie offenbar in den Kurs des Taifuns geraten, berichtete ein Sprecher des Rettungsdienstes.

"Chanchu", zu Deutsch: Perle, hatte bei dem Durchzug über die Philippinen mehr als 40 Menschen getötet. Nie zuvor ist so früh im Jahr ein derart heftiger Taifun über die Region gezogen.

ffr/AFP/dpa/reuters



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