Tödlicher Unfall auf A5 Anklage gegen mutmaßlichen Autobahnraser

Der Mann, der auf der Autobahn A5 einen tödlichen Unfall verursacht haben soll, muss sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 34-jährigen Versuchsingenieur von DaimlerChrysler fahrlässige Tötung, Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahrerflucht vor.


Karlsruhe - Der Mercedes-Mitarbeiter soll Mitte Juli mit seinem 476 PS starken Mercedes CL 600 Bi-turbo mit einer Geschwindigkeit von zwischen 220 und 250 Kilometern pro Stunde auf der linken Spur so dicht auf einen Kleinwagen aufgefahren sein, dass die 21-jährige Fahrerin das Steuer verriss, von der Fahrbahn abkam und gegen mehrere Bäume prallte. Die Frau und ihre zweijährige Tochter starben noch an der Unfallstelle.

Der Beschuldigte gibt an, nichts von dem Unfall bemerkt zu haben. Er sei auf dem Weg zum Testgelände von Mercedes-Benz im norddeutschen Papenburg an der Stelle vorbei gekommen, als der Unfall bereits geschehen war.

Auf Grund von Zeugenaussagen und Fahrzeit-Berechnungen glaubt die Staatsanwaltschaft dennoch, dem Mann das gefährliche Fahrmanöver nachweisen zu können. Für eine Kollision mit dem Kleinwagen des Unfallopfers, die zunächst vermutet worden war, gebe es aber keine Beweise. Das Gericht hat ihm bisher nur den Führerschein entzogen.

Kollegen des angeblichen Rasers hätten ein ungewöhnliches Verhalten bei ihm bemerkt, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Er habe sich übertrieben genau für Meldungen zu dem Unfall interessiert.



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