Tokio Mindestens zwei Tote durch Taifun "Hagibis"

Der Wirbelsturm "Hagibis" ist mit heftigen Regenfällen über Tokio hinweggezogen gezogen. Mindestens zwei Menschen kamen in der japanischen Hauptstadt ums Leben - mehr als 80 wurden verletzt.

Wirbelsturm "Hagibis" fegt über Tokio - und sorgt auch für enorme Wassermassen
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Wirbelsturm "Hagibis" fegt über Tokio - und sorgt auch für enorme Wassermassen


Der Wirbelsturm "Hagibis" ist mit sintflutartigen Regenfällen über Japans Hauptstadt und die umliegenden Regionen gezogen. Mindestens zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Mehr als 80 wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Neun Menschen werden örtlichen Medienberichten zufolge vermisst.

Wegen der Niederschläge, die zu den schlimmsten seit rund 60 Jahren gezählt werden, hatten die Behörden für Tokio sowie sechs weitere Regionen erstmals die höchste Warnstufe ausgegeben. Insgesamt sollten sich mehr als drei Millionen Bewohnern des Landes, vor "Hagibis" (Philippinisch für "schnell"), der in Japanschlicht Taifun Nummer 19 genannt wird, in Sicherheit bringen. In Tokio trat der Tamagawa-Fluss am Abend über die Ufer. Auch andere Flüsse in der Region schwollen bedrohlich an.

Stellenweise kam es zu Erdrutschen. Ein Mann in der Provinz Gumma starb, als sein Haus verschüttet wurde. Ein anderer wurde in Tokios Nachbarprovinz Chiba, wo bereits im September ein Taifun gewütet und zu massiven Stromausfällen geführt hatte, von einem umgestürzten Laster getötet.

Am Abend wurde die Intensität des Wirbelsturms wieder von "sehr stark" auf "stark" herabgestuft.

Keine Tsunami-Gefahr

Die Behörden hatten zuvor gewarnt, dass der Taifun mit Windgeschwindigkeiten bis zu 216 Kilometern pro Stunde Tokio und andere Gebiete im Osten Japans mit den schlimmsten Regenfällen seit jenem Taifun überziehen könnte, der 1958 mehr als 1200 Menschen das Leben gekostet hatte.

Gemessen daran, kamen die Bewohner des Inselreiches diesmal nach erstem Anschein glimpflich davon. Das genaue Ausmaß der Schäden war wegen der Dunkelheit jedoch zunächst unklar. Der Taifun zog in der Nacht zum Sonntag nach Norden weiter.

Manche Straßenzüge standen unter Wasser, Dutzende Häuser im Großraum Tokio wurden teils stark beschädigt. Der Wirbelsturm war am Abend bei der Halbinsel Izu nahe Tokio auf Land getroffen. Kurz zuvor wurde der Großraum Tokio auch noch von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Die Gefahr eines Tsunamis bestand allerdings nicht, wie die nationale Meteorologische Behörde bekanntgab. Auch gab es keine Berichte über Verletzte in Folge der Erschütterung der Stärke 5,7.

Viele Kaufhäuser und Läden in Tokio und Umgebung blieben am Samstag geschlossen. In manchen Geschäften der Hauptstadt waren die Regale weitgehend leer, da sich viele Bewohner mit Wasser und Lebensmitteln eingedeckt hatten. Straßen und Bahnhöfe waren verwaist. Bahnbetreiber hatten rechtzeitig Einschränkungen des Verkehrs für das Wochenende im Westen und Osten einschließlich Tokio angekündigt.

Hunderttausende Menschen zwischenzeitlich ohne Strom

Die Behörden warnten früh, dass Häuser in den starken Sturmböen einstürzen könnten. Einige Bewohner deckten die Dächer ihrer oft in Leichtbauweise errichteten Häuser daher vorsorglich mit blauen Plastikplanen ab. Manche klebten ihre Fenster ab aus Sorge, dass sie in dem Sturm zerbersten. Andere verbarrikadierten sie mit Brettern.

Rettungseinsätze wurden nach Einbruch der Dunkelheit erschwert. Das örtliche Fernsehen zeigte Szenen aus Tokios Nachbarstadt Kawasaki, wo ein Mann aus einem überfluteten Wohnhaus gerettet wurde. Feuermänner arbeiteten sich dabei bis zur Hüfte im Wasser stehend vor. Auch an anderen Orten mussten Einsatzkräfte Menschen in Sicherheit bringen.

Hunderttausende waren zwischenzeitlich von der Stromversorgung abgeschnitten. Unternehmen wie die beiden großen Autobauer Toyota und Honda ließen die Produktion in einigen ihrer Fabriken an dem Tag ruhen. Die Regierung in Tokio wies alle zuständigen Ministerien an, notwendige Maßnahmen im Umgang mit den Folgen des Taifuns zu treffen.

Auch das für Sonntagmorgen angesetzte Spiel der laufenden Rugby-Weltmeisterschaft in Japan zwischen Namibia und Kanada musste abgesagt werden. Zuvor konnten bereits zwei weitere Spiele der Rugby-Weltmeisterschaft aufgrund des Wirbelsturms nicht stattfinden.

flg/dpa/AFP



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